2. Längere Reisen

Außerdem nehmen sich die Deutschen mehr Zeit für ihre Businesstrips: Eine durchschnittliche Geschäftsreise dauerte vergangenes Jahr 6,1 Tage (2019: 5 Tage). Reisen innerhalb Deutschlands beanspruchten im Schnitt 3,1 Tage (2019: 2,5 Tage), in Europa 4,7 (2019: 4,1 Tage) und außerhalb Europas 13,6 Tage (2019: 11,6 Tage). Eintägige Kurztrips, die 2019 immerhin noch 16,4 Prozent der Geschäftsreisen ausmachten, gingen 2022 deutlich zurück auf 6,8 Prozent.

Häufiger begannen die Reisen an einem Wochenende – ein Indiz für den „Bleisure“-Trend, also die Kombination einer privaten mit einer geschäftlichen Reise. 16,3 Prozent der Flugtickets waren für einen Samstag oder Sonntag ausgestellt. 2019 lag der Anteil noch bei 12,4 Prozent.

Eine weitere Begründung für die längere Dauer sind die Anstrengungen der Unternehmen, Reisen nachhaltiger zu gestalten, indem sie etwa mehrere geschäftliche Termine in einer Reise kombinieren, statt jeweils kurze Einzeltrips zu tätigen.

3. Neue und alte Lieblingsziele

China dürfte nach der Lockerung der Reisebeschränkungen in der Gunst der Reisenden wieder steigen. Bis zum Beginn der Pandemie hatte das Reich der Mitte auf den Interkontinental-Strecken klassisch Platz 2 direkt hinter den USA belegt.

Im vergangenen Jahr wurde China von Indien abgelöst, während die USA ihre Pole Position behielten. In den vergangenen Jahren hat Indien als Geschäftsreiseziel stetig an Bedeutung gewonnen, nachdem das Land 2019 noch Platz 5 belegte.

Japan verdrängte für die deutschen Reisenden gleichzeitig Russland von Platz 3. Angesichts des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Sanktionen dürfte sich die Situation für Russland als Reiseziel vorerst nicht ändern.

In Europa blieb Großbritannien vergangenes Jahr trotz der nun komplizierteren Einreisebestimmungen im Zusammenhang mit dem Brexit das wichtigste Ziel für deutsche Geschäftsreisende.

Einen Sprung nach vorne machte während der Pandemie Spanien, das 2022 nur knapp hinter Großbritannien auf Platz 2 (2019: Platz 5) lag. Dies erklärt sich dadurch, dass Flugreisen zu spanischen Zielen nur schwerlich durch Fahrten mit dem PKW ersetzt werden konnten – anders als österreichische Reiseziele, die von Platz 2 (2019) auf 3 abrutschten.

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