Catering und Gastronomie: etablierte Zeiterfassung oft nicht mehr rechtskonform

Viele Unternehmen erfassen die Arbeitszeiten bereits. Das geschieht gerade in Gastronomie und Catering oft mit Zettel und Stift in Kombination mit händisch abgetippten Kalkulationstabellen.

Ob diese Praxis im Rahmen der neuen Regulierung allerdings noch rechtskonform ist, ist fraglich, denn es mangelt an der von den Gerichten geforderten Transparenz, Objektivität und Revisionssicherheit. Daneben verlangt der Gesetzesentwurf explizit eine „elektronische Erfassung“. Ausnahmen sollen hier nur über Tarifverträge oder bei kleinen Unternehmen möglich sein.

Abgesehen davon sind die bisher üblichen Zeiterfassungs-Praktiken meist aufwändig oder fehleranfällig. Vor allem Kalkulationstabellen sind für die Branche nachvollziehbar umständlich.

Zudem birgt jeder manuelle Bearbeitungsschritt ein Fehlerrisiko. Die schwere Lesbarkeit mancher Handschrift vertieft das Problem. Hinzu kommt mangelnde Transparenz und Datenverfügbarkeit auch für Arbeitnehmer: Sie können ihre Nachweise häufig nicht so einfach wieder einsehen, wenn sie erst einmal abgegeben wurden.

Der Gesetzesentwurf sieht jedoch ein Auskunftsrecht vor – Beschäftigte sollen auf Wunsch jederzeit eine Kopie der Aufzeichnungen erhalten.

Am wichtigsten für Beschäftigte sind leichte Bedienbarkeit und Geschwindigkeit

Viele Arbeitnehmer erhoffen sich eine Erleichterung in puncto Arbeitszeiterfassung; ein unmittelbar verständliches und leicht bedienbares Hilfsmittel, das permanent zugänglich ist. Auf Arbeitgeberseite lassen sich mit dem richtigen System Zeit und damit personelle Ressourcen sparen. Idealerweise wird die praxistaugliche und nutzerfreundliche Arbeitszeiterfassung in der Gastro-Branche auch zur Möglichkeit, Personal stärker an das eigene Unternehmen zu binden.

Nicht zu vergessen: Eine zuverlässige Lösung muss den Anforderungen des Datenschutzes genügen und für lückenlose Rechtssicherheit sorgen. Auch hier sind bestehende Lösungen über Zettel, Stift und Kalkulationstabellen oft unzureichend: Zettel liegen nicht selten ungeschützt auf Schreibtischen und in Büros; Tabellendokumente sind oft auf ungesicherten Dateiablagen gespeichert; es gibt keine angemessenen Zugriffskontrollen.

Eine zeitgemäße digitale Arbeitszeiterfassung benötigt eine DSGVO-konforme Infrastruktur und ein angemessenes Niveau an Datensicherheit, etwa durch Zwei-Faktor-Authentifizierung und angemessene Zugriffskontrollen.

Weiterlesen

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Zeiterfassung
Zeiterfassung
Anzeige
Zeiterfassung

Von der Pflicht zum Vorteil: Wie edtime Unternehmen und seine Mitarbeiter entlastet

Handgeschriebene Stundenzettel, komplizierte Excel-Listen und Diskussionen darüber, wie viele Überstunden tatsächlich geleistet wurden, gehören für viele Unternehmen noch immer zum Alltag. Für Mitarbeiter wie Führungskräfte bedeutet das einen erheblichen organisatorischen Aufwand, fehlende Transparenz und nicht selten auch Konflikte.
Ein Arbeiter mit einer Uhr
Zeiterfassungspflicht
Zeiterfassungspflicht

Digitale Zeiterfassung auch ohne Gesetz ein Muss?

Das EuGH-Urteil zur Zeiterfassungspflicht wartet zwar immer noch auf Umsetzung in Deutschland, Gastronomie- und Hotelbetriebe sollten jedoch die Chance nutzen und sich jetzt schon auf eine digitale Zeiterfassung einstellen. Lesen Sie, weshalb die Zeit gerade jetzt reif ist für eine digitale Zeiterfassung.
Essen zum Mitnehmen wird an der Theke überreicht
Regulierung
Regulierung

Neue EU-Verpackungsregeln: Was jetzt gilt

Neue EU-Vorgaben nehmen Lebensmittelverpackungen mit sogenannten PFAS ins Visier. Was die Regeln jetzt für Gastronomen bedeuten – und welche weiteren Änderungen bereits anstehen.
ECO-Score
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

SV bringt den ECO-Score nach Deutschland

Wie nachhaltig ist eigentlich ein Menü? SV Deutschland will darauf künftig eine schnelle Antwort geben. In mehr als 180 Restaurants führt die Schweizer Gastronomie- und Hotelmanagement-Gruppe daher ein Ampelsystem ein, das die Umweltwirkung der Speisen auf einen Blick sichtbar machen soll.
Team des Block House in der Kirchenallee mit Eugen Block
Jubiläum
Jubiläum

40 Jahre Block House Kirchenallee

Das Restaurant am Hamburger Hauptbahnhof blickt auf vier Jahrzehnte zurück. Zum Jubiläum rückt der Standort nicht nur seine langjährigen Mitarbeiter, sondern auch sein Engagement für den Stadtteil in den Fokus.
Jens Dzurny, Dagmar Neukirch, Steve Weichsel, Monika Nicklisch, Laurens Schrinner und Andra Becker-Querner
Anerkennung
Anerkennung

Sachsens Gastronomie würdigt ehrenamtliches Engagement

Ehrenamt verdient Anerkennung – nicht nur mit Worten, sondern auch im Alltag. Der Dehoga Sachsen setzt daher gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen ein weiteres Zeichen der Wertschätzung. Die Sächsische Ehrenamtskarte gilt erstmals auch in der Gastronomie. 
Sonnenterrasse des Volltreffer
Neuausrichtung
Neuausrichtung

Volltreffer etabliert sich am Fleesensee

Der Volltreffer hat sich seit seiner Neuausrichtung als Gastronomie- und Veranstaltungsort am Fleesensee etabliert. Regionale Küche, feste Wochenhighlights und vielseitige Eventflächen ergänzen dort das Sport- und Freizeitangebot.
Clemens Fuest
Finanzpolitik
Finanzpolitik

19 Prozent auf alles? Ifo-Chef fordert einheitliche Mehrwertsteuer

Höhere Steuern und damit höhere Preise für Brot, Butter und Obst: Darauf zielt ein Vorschlag von Ökonom Clemens Fuest. Er will Einheitlichkeit bei der Mehrwertsteuer. Für die Gastronomie könnte das Folgen haben.
Ein Teil der erfolgreichen Auszubildenden bei der Lossprechungsfeier des Dehoga mit Hotelier Sebastian Finkbeiner.
IHK-Abschluss
IHK-Abschluss

Traube Tonbach feiert 21 Ausbildungsabschlüsse

Der August steht ganz im Zeichen guter Ausbildung: 21 Auszubildende der Traube Tonbach haben ihren IHK-Abschluss erfolgreich gemeistert. Während mehrere Absolventen im Unternehmen bleiben, beginnt für den neuen Jahrgang die Ausbildungszeit mit einem mehrtägigen Onboarding.