Sandra Himmeldirk
Wir sind heute viel mehr Berater und Coaches. Manchmal fühlt es sich sogar an, als wären wir Psychologen. Sandra Himmeldirk, Ennismore; Foto: Ennismore

People & Culture statt Personalverwaltung

Wie stark sich die Personalarbeit in der Hotellerie verändert, zeigt der Blick auf moderne HR-Strukturen. Bei 25hours Hotels etwa wird Personalmanagement längst nicht mehr als klassische Verwaltungsfunktion verstanden, sondern als strategischer Kulturtreiber. Für Sandra Himmeldirk hat sich die Rolle grundlegend geändert: „Der Unterschied zu vor zehn Jahren ist extrem. Während HR früher vor allem administrative Aufgaben erledigte, geht es heute zunehmend um Coaching, Beratung und persönliche Entwicklung. Gespräche drehen sich nicht mehr nur um Verträge oder Beförderungen, sondern auch um mentale Belastungen, Karriereperspektiven oder individuelle Lebenssituationen“, weiß die Head of P&C von Ennismore, einem Joint Venture mit Accor, der Dachmarke von 25hours Hotels.

Damit wird People & Culture zur zentralen Schnittstelle im Unternehmen  zwischen Management, Führungskräften und Mitarbeitern. Gleichzeitig wächst die Verantwortung dieser Abteilungen, die Unternehmenskultur aktiv zu gestalten und strategische Impulse für die Organisation zu geben.

In vielen Hotels sitzen P&C-Verantwortliche heute deutlich näher an der Geschäftsführung als noch vor wenigen Jahren. Entscheidungen über die Personalentwicklung, Benefits oder Arbeitsmodelle werden zunehmend als Teil der Unternehmensstrategie verstanden und nicht mehr nur als operative Aufgabe. Ein entscheidender Faktor für erfolgreiche Teams sei daher die kulturelle Passung. „Wir wollen Menschen, die zu uns passen – nicht nur fachlich, sondern vor allem menschlich“, sagt Himmeldirk.

Diese Haltung zahlt sich aus: Eine authentische Arbeitgebermarke, die auch im Alltag gelebt wird, wirkt sowohl nach innen als auch nach außen. Mitarbeiter werden zu Botschaftern des Unternehmens, Empfehlungen im persönlichen Umfeld sorgen für neue Bewerbungen  und nicht selten kehren ehemalige Kollegen zurück.

Frank Marrenbach
Der wesentliche Unterschied zwischen guten und außergewöhnlichen Führungskräften wird künftig in der Verbindung von Fachwissen, Haltung und Authentizität liegen. Wer diese drei Dimensionen vereint, kann Teams inspirieren und unsere Häuser in eine starke Zukunft führen. Frank Marrenbach, CEO Althoff Hotels; Foto: Althoff Hotels/Wolfgang Stahr

Weiterbildung als Schlüssel zur Zukunft

Auch bei Althoff Hotels steht die Entwicklung von Mitarbeitern zunehmend im Fokus. Mit der Althoff Academy und einer Kooperation mit der Deutschen Hotelakademie baut die Hotelgruppe ihre Programme für Weiterbildung und Führungskräfteentwicklung gezielt aus.
Für CEO Frank Marrenbach ist klar: „Weiterbildung ist für uns kein Zusatz, sondern eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. In einer Branche, die von Menschen lebt – von ihrer Haltung, ihrem Serviceverständnis und ihrer Freude am Gastgeber-sein –, entscheidet die Entwicklung jedes Einzelnen über die Qualität des gesamten Gästeerlebnisses.“ 

Förderung werde damit bei Althoff zu einem zentralen Instrument, um Fachkräfte zu halten und gleichzeitig neue Talente zu fördern. „Bei Althoff ist Weiterbildung daher nicht episodisch, sondern Teil unserer Identität. Sie beginnt lange bevor jemand seinen ersten Arbeitstag antritt und sie endet nicht mit der abgeschlossenen Ausbildung“, betont Marrenbach. „Unser Anspruch ist es, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und dies kontinuierlich, ernsthaft und mit echtem Interesse an ihrem Wachstum.“

Das ist auch nötig, denn die Anforderungen an viele Positionen verändern sich. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Gästebedürfnisse verlangen nach zusätzlichen Kompetenzen. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern also frühzeitig Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sichern sich damit auch langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit. 

Parallel dazu erwarten junge Talente heute vor allem eines: echte Perspektiven und Führung, die auf Augenhöhe stattfindet. Sie wollen verstehen, welchen Beitrag sie leisten, sich einbringen und als individuelle Persönlichkeiten wahrgenommen werden. „Für uns bedeutet das, Führung als partnerschaftlichen Dialog zu leben und nicht als Einbahnstraße. Wir übertragen früh Verantwortung, erkennen Stärken und schaffen Räume, in denen persönliche Entwicklung möglich ist“, verrät CEO Marrenbach. 

„Genau das prägt unsere Unternehmenskultur. Sie macht uns agiler, offener für neue Ideen und fördert eine Atmosphäre, in der Teamgeist spürbar wird und Engagement selbstverständlich entsteht. Nur auf dieser Grundlage lassen sich unsere drei Säulen, bestehend aus exzellentem Service, erstklassiger Gastronomie und der besonderen Atmosphäre, authentisch leben.“

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