
Lee Kum Kee
Wenn im Sternerestaurant die Sojasoße nicht hausgemacht ist, sondern stolz als eine von Lee Kum Kee präsentiert wird, ist es Zeit für einen Besuch. Aus Hongkong stammend ist dieses Familienunternehmen mit seinen Soßen auf der ganzen Welt vertreten, auch in deutschen Asialäden.
DER WOK MUSS HEISS SEIN: ERST DANN ENTSTEHT DAS LEGENDÄRE „WOK HEI“.
Gleichzeitig ist das Unternehmen Sponsor der World’s 50 Best Asia und ein gutes Beispiel dafür, warum uns Chinesen in vielen Dingen voraus sind. Lee Kum Kee ist gemeinschafts- bzw. familienorientiert, fleißig und kombiniert ein Bewusstsein für die eigenen Wurzeln mit hochmoderner Technologie. Im Labor testen elektronische Zungen den Geschmack – immerhin wird für den Weltmarkt produziert.
Sechs der Soßen sind auf der Internationalen Raumstation ISS zu finden. Seitdem kooperiert Lee Kum Kee mit der NASA ebenso wie mit der chinesischen Raumfahrtbehörde. Gleichzeitig werden in der Bibliothek Frachtbriefe nach Übersee aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg aufbewahrt. Erst 1976 wurde die Produktion von manuell auf industriell umgestellt. Heute produziert Lee Kum Kee 300 Produkte für den Weltmarkt, darunter speziell für die Gastronomie. Absoluter Klassiker ist die Oyster Sauce, wie so häufig ein Küchenunfall, und die ideale Würze zum Abrunden von fast allem. Individuelle Werksführungen auf Englisch sind möglich, da das Unternehmen an Hospitality interessiert ist – am besten über deren PR-Abteilung organisieren.
Und die Stadt selbst so?
Wenn man den Victoria Peak auf Hong Kong Island wegen des Nebels nicht sehen kann – das kann durchaus passieren –, dann ist das kein Drama, der Anblick ist von Fotos bekannt. Viel spannender ist das Erklimmen steiler Gassen in Richtung Peak mit gutem, rutschfestem Schuhwerk. Bei Monsun oder Wadenkrampf empfiehlt sich die längste überdachte Außenrolltreppe der Welt, sie ist knapp einen Kilometer lang.
Shoppen geht rechts und links, die Autorin dieses Artikels befüllte eine leere Reisetasche mit Reis aus Taiwan, Schuhen und Taschen von Charles & Keith, Chrysanthemenblütentee, spottbilliger koreanischer Kosmetik, den unglaublichsten Kochutensilien und Weihnachtsgeschenken für drei Jahre aus Museumsshops. Denn wer keine Zeit hat für das Museum of Art, das Palace Museum, das Science Museum, das Museum of History oder das Maritime Museum, der findet in den tollen Shops eine Alternative und streng genommen lernt man ja auch dabei etwas. 
Das Architekturbüro Herzog & de Meuron hat sich hier mit einem riesigen Komplex für zeitgenössische Kunst verewigt, der das Förderbudget für Künstler für die kommenden Jahre aufgezehrt haben dürfte. Ebenfalls nicht verpassen sollte man die Kung-Fu-Fighters im Kowloon-Park und die spannende Architektur an jeder Ecke. Ach, fahren Sie einfach hin!
GUT ZU WISSEN
- Mit der Octopus-Card bezahlt man öffentliche Verkehrsmittel und sein Sandwich. Jeder 7-11-Kiosk (von denen gibt’s in Hongkong 1.100) verkauft sie. Eine Fahrt auf der herrlichen Star Ferry zwischen Kowloon und Hong Kong Island kostet 50 Cents, Seebären in Uniformen wie aus Kaisers Zeiten eingeschlossen.
- Taxen sind sauber, überall, spottbillig. Bezahlung hätten die Taxler gerne in bar.
- Trinkgeld ist immer inbegriffen.
- Je edler das Restaurant, desto kühler die Klimaanlage = Pashmina!
- Im Hochsommer ist es zu heiß, es ist Monsunzeit, Taifune kommen auch vorbei.
- Michelin-Restaurants und Fünfsternehotels sind preiswerter als bei uns.
- Hoteltipp: Das Renaissance Hong Kong Harbour View mit Vollverglasung zur Hafenseite bietet selbst in unteren Etagen einen Prachtblick. Im obersten Geschoss gibt’s täglich Happy Hour mit Häppchen und Champagner. Wer lieber rückseitig in einen tropischen Garten guckt – bitte sehr. Der beherbergt überdies einen gepflegten großen Pool. Zentrale Lage, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Unbedingt mit der Ding Ding fahren, Richtung Osten, Endhaltestelle North Point, durch die Chun-Yeung-Straße. Mehr wird nicht verraten.
- Die Stadt ist sicher, auch dank der bald 56.000 CCTV-Kameras. Für Touristen jedenfalls ist das wunderbar.