Der dritte Baustein ist die Internationalität, die dem Whisky neue Facetten und eine nie dagewesene aromatische Vielfalt verleiht. Alleine in Schottland und Irland wächst der Markt derzeit um jeweils 30 bis 40 neue Marken und Destillerien. Neue Brennereien werden mit modern-kreativem Anspruch eröffnet, und alte, verschollene Marken werden mit einer historischen Aura wieder reaktiviert.

Neue Aromen in der Gerste

Dabei widmen sich die neuen Marken akribisch den Details, die früher wenig Beachtung fanden. So werden verschiedene Malzsorten für das Rohdestillat eingesetzt, und es wird mit allerlei Hefen experimentiert. Die Branche diskutiert leidenschaftlich die Frage, ob Terroir über die Gerste im Whisky wahrnehmbar ist.

Auch der Umweltaspekt spielt eine zunehmende Rolle, und die Verwendung von Torf für die Mälzung wird hinterfragt. Manche Marken experimentieren bereits mit Holz-Kräuter-Mischungen, um über den Rauch neue Aromen in die Gerste und somit in den Whisky zu bekommen.

Alles ist möglich

Auch der Umgang mit Fässern entwickelt sich weiter. In den vergangenen Jahren wurde das „Finishing“ immer populärer, also jene Überführung eines gereiften Whiskys in ein zweites Fass, um durch die Lagerung über Wochen oder Monate eine individuelle aromatische Abrundung zu erzeugen. Viele Whiskys beginnen ihre Reifung in Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässern. Danach kann es weitergehen.

An die „Finishes“ in Rotwein-, Port-, Madeira- oder Sauternes-Fässern ist der Konsument bereits gewöhnt. Neu kommen nun Mezcal- und Bierfässer hinzu. Und die edle japanische Mizunara-Eiche ist ebenfalls in aller Munde. Auch sprechen die Erzeuger vermehrt statt von „Finish“ von einer „Second Maturation“, also einer zweiten Reifung, bei der der zweite Fasstyp nicht nur wenige Monate, sondern mehrere Jahre eingesetzt wird.

(Messe Düsseldorf/KG)

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