Winzer und Köche

Generationswechsel in Südtirols Gastronomie

In die Weinkeller und Küchen Südtirols kommt frischer Wind. Rund um Meran und Bozen übernehmen junge Talente das Ruder. Und das betrifft nicht nur die Restaurants St. Hubertus im Hotel Rosa Alpina und das Sternerestaurant Kuppelrain in Kastellbell.

Montag, 26.09.2022, 13:24 Uhr, Autor: Sandra Lippet
Generationswandel in Südtirol

Der Wandel der Zeit trifft auch Südtirols Restaurant- und Weinlandschaft. (Foto: © IDM Südtirol-Alto Adige/Manuel Ferrigato)

Südlich des Brenners vollzieht sich ein Sinneswandel. Immer mehr Betriebe arbeiten nachhaltig und biologisch.

„Hört auf die jungen Leute“ – das sagt Norbert Niederkofler, Spitzenkoch Südtirols. Sein Restaurant St. Hubertus ist im Hotel Rosa Alpina in St. Kassian am Dolomiten-Skigebiet von Alta Badia gelegen. Der Koch macht sich um die Genussregion Südtirols die geringsten Sorgen, weil die Alten viel erreicht haben und er den Jungen noch mehr zutraut.

Eine neue Garde

Norbert Niederkofler freut sich über den Generationswechsel. Der Koch gibt sich bescheiden und mit Blick auf Umweltverschmutzung und Klimakrise auch selbstkritisch. „Meine Generation hat das verbockt, jetzt müssen es die jungen Leute richten“, sagt er.

Zu diesen jungen Leuten zählen Talente wie Kevin Trafoier, der die Küche im Sternerestaurant Kuppelrain in Kastelbell von seinem Vater Jörg übernommen hat. Der Junior überzeugt in der Küche und der Senior wirbelt durch das Restaurant zusammen mit Sonya Egger-Trafoier, die im November 2021 mit dem Sommelier-Award in Italien ausgezeichnet wurde.

Auch Christoph Huber gehört zur jungen Garde. In seinem 2019 eröffneten Restaurant Zur Blauen Traube im Meraner Vorort Algund kocht er radikal lokal. Wie viele andere hat Huber bei Niederkofler gelernt und dessen Konzentration auf Zutaten aus der Region verinnerlicht.

Winzer mit Zukunftsperspektiven

Der Pionier des Südtiroler Weins residiert in Margreid an der Weinstraße im Südtiroler Unterland. Neben Weinreben und Obstbäumen prägen Palmen die Landschaft, die Oleander und Bougainvilleen scheinen noch prächtiger zu blühen als in den Gärten der imposanten Villen in Meran und Bozen. Nicht selten ist der Talkessel auf halben Weg zwischen Bozen und Trient im Sommer die heißeste Region Italiens – der Klimawandel, er zeigt sich auch hier.

Darauf hat der Winzer, Alois Lageder, aber längst reagiert und hitzebeständigere Rebsorten wie Cabernet Sauvignon angepflanzt. Lageder ist keiner, der aus Prinzip an alten Traditionen festhält, obwohl seine Familie seit 1823 Wein produziert.

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