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Was sich Angestellte in Schichtarbeit wünschen

Quinyx, Anbieter von KI-gestütztem Workforce Management, hat heute den „State of the Deskless Workforce Report 2022“ veröffentlicht. Damit beleuchtet das Unternehmen die Arbeitssituation von Angestellten in Schichtbetrieben.

Donnerstag, 28.04.2022, 13:25 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Ein weniger stressiges Arbeitsumfeld ist für 25 Prozent der Mitarbeiter motivierend

Auch in diesem Jahr wurden wieder die besten Restaurants Deutschlands vom Gault&Milau ausgezeichnet. (Foto: © xartproduction/stock.adobe.com)

Die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Studie zum „State of the Deskless Workforce Report“ können Arbeitgeber im Dienstleistungssektor dabei unterstützen, die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Mitarbeiter – auch Deskless Worker oder Frontline-Mitarbeitende genannt – zu verstehen und besser darauf einzugehen. Für die im März 2022 durchgeführte Umfrage wurden 2.000 Angestellte in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus Dienstleistungsbranchen mit Schichtsystem befragt, darunter auch Angestellte der Hotel- und Gastronomiebranche.

Der diesjährige Bericht hebt drei wichtige Erkenntnisse hervor, auf die Unternehmen reagieren sollten:

Wie sieht es mit der Wertschätzung aus?

Rund 45 Prozent der Mitarbeiter im DACH-Raum haben im vergangenen Jahr darüber nachgedacht, ihren Job zu kündigen. 70 Prozent der Befragten sind sich dabei sicher, dass sie aufgrund ihrer Fähigkeiten ohne Probleme woanders einen adäquaten Job finden würden – ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber 2021. Dieser Mentalitätswandel kann ein Grund für den Arbeitskräftemangel sein und es Arbeitgebern erschweren, ihre Mitarbeiter dauerhaft zu halten.

Die entgegengebrachte Wertschätzung hat jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf die Loyalität der Frontline Worker. So gaben rund 39 Prozent der Befragten an, dass sie im vergangenen Jahr aufgrund von fehlender Wertschätzung durch ihre Vorgesetzten eine Kündigung in Erwägung gezogen haben. Fast 60 Prozent der Deskless Worker im DACH-Raum haben zudem das Gefühl, dass ihre Führungskräfte sie als austauschbare oder temporäre Ressource ansehen.

Im Bereich der Hotellerie und Gastronomie gaben jedoch zwei Drittel der Befragten an, dass sie das Gefühl haben, dass ihr Arbeitgeber auf ihr Feedback eingeht und die von ihnen geleistete Arbeit schätzt.

Flexibilität und Zeit für das Privatleben

Während Büroangestellte in den vergangenen zwei Jahren eine neue Art von Flexibilität in Sachen Arbeitszeit und Arbeitsort kennengelernt haben, ist dies bei vielen Beschäftigten ohne Schreibtisch nicht der Fall: Jeder Vierte gibt an, keine Kontrolle über den eigenen Dienstplan zu haben. In der Hotel- und Gastronomiebranche gaben jedoch 81 Prozent der Befragten an, ein Mitspracherecht bei der Dienstplanung zu haben.

Darüber hinaus kommt für viele Befragte das Privatleben zu kurz: 81 Prozent der Deskless Worker hat aufgrund des Schichtplans keine Zeit für sich selbst oder Aktivitäten mit Freunden. Jeder Dritte konnte aufgrund seines Schichtdienstes zudem nicht an wichtigen familiären Ereignissen wie Hochzeiten, Geburten oder Beerdigungen teilnehmen. Nicht verwunderlich ist es daher, dass sich etwa jeder sechste Befragte eine bessere Work-Life-Balance wünscht.

In der Hotel- und Gastronomiebranche kommt jedoch auch der Freude an der Arbeit ein großer Stellenwert zu. Für 27 Prozent der Mitarbeiter in der Hotel- und Gastronomiebranche ist dies das Wichtigste im Job. Ebenfalls relevant sind für 20 Prozent der Befragten aus der Hotellerie und Gastronomie ein höheres Gehalt sowie für 19 Prozent ein gesundes Arbeitsklima.

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