
Zeit für das Wesentliche
KI soll Mitarbeiter von administrativen und ständig wiederkehrenden Aufgaben entlasten. „So bleibt mehr Zeit für das, was die Hotellerie ausmacht: persönliche Gastfreundschaft, individuelle Betreuung und das Schaffen außergewöhnlicher Gästeerlebnisse“, findet Yvonne Peter. Um als Entscheider ein maßgeschneidertes Managementsystempaket für den individuellen Betrieb zu schnüren, rät sie zu einer fundierten Analyse der eigenen Prozesse. Welche Betriebsabläufe müssen abgebildet werden? Wo liegen derzeit die größten Herausforderungen?
Welche Ziele sollen mit der Digitalisierung erreicht werden? „Wenn klar ist, welche Anforderungen der Betrieb tatsächlich hat, kann eine Systemlandschaft aufgebaut werden, die langfristig effizient, wirtschaftlich und zukunftssicher ist“, lautet Peters Überzeugung.
Rund 20 Prozent der Arbeitszeit lassen sich durch den Einsatz von KI einsparen
VIP-Treatment für Gäste dank vernetzter Software und KI
Laut Karl-Heinz Land von Neuland AI ist generative KI gerade für Branchen wie Hotellerie und Gastronomie, wo Dinge spontan passieren und Kundenkontakt wichtig ist, besonders gut geeignet. Das Unternehmen versteht sich als Plattform für AI Management und Orchestration. Ob Einchecken, Bankettanfragen oder Zimmerbuchungen – während der Frontdesk-Manager sich dafür in sieben bis acht Systemen informieren muss, löse KI all dies vollautomatisch, wie Karl-Heinz Land versichert. Damit könne man 20 Prozent der Arbeitszeit einsparen.
Und noch ein Vorteil, wenn digitale Tools zusammenspielen: Die Kommunikation der Systeme untereinander erlaubt ein durchgängiges Gästeprofil. Vorlieben, Wünsche oder besondere Anlässe sind dann abteilungsübergreifend hinterlegt. So lässt sich nach Ansicht Karl-Heinz Lands insbesondere durch KI-Einsatz das Wohlfühl-Treatment für den Gast optimieren. „In exklusiven Hotels erwartet der Kunde eine sehr persönliche Betreuung“, so Karl-Heinz Land. „Wenn man mich am Frontdesk mit Namen anspricht und weiß, ich habe gestern diesen Roséwein gelobt und mag Schokotörtchen lieber als Zitronentörtchen – diese Personalisierung ist die Zukunft.“
Natürlich gab es auch schon vor KI derart aufmerksames Personal, doch die Technologie könne diese Personalisierung hervorragend unterstützen. Karl-Heinz Land vergleicht das mit einem Butler: „Er weiß alles von dir und muss dich nur anschauen, um zu wissen, in welcher Stimmung du bist und was du gerade brauchst.“ Land ist überzeugt: „Das zahlt sich auch ökonomisch aus.“

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Wichtiger als die Google-Suche?
Künftig wird für die Sichtbarkeit von Hotels und Restaurants im Web nicht mehr nur entscheidend sein, was der Mensch an Informationen über ein Unternehmen findet, sondern auch, was KI-Systeme finden. Davon ist jedenfalls Jonas Paul Klatt, Gründer des Start-ups OnRep Consulting, überzeugt. „KI funktioniert nicht so, dass sie alle Infos von der Hotelwebseite zieht und dann eine Antwort generiert, sie nutzt als Quellen alles, was es zu dem Unternehmen im Internet gibt“, so Klatt. Dazu zählen Presseartikel und Branchenverzeichnisse ebenso wie Bewertungen, Blog- und Foreneinträge und Erfahrungsberichte.
Jonas Paul Klatt hilft kleinen und mittleren Unternehmen, online einen guten Ruf aufzubauen, so dass die KI erkennt, was der Betrieb anbietet und für wen, und warum man ihm vertrauen kann. „Vertrauen ist extrem relevant für die KI“, erklärt der Experte. Neben Beratungsdienstleistungen bietet OnRep Consulting auch eine eigene Software, die die KI-Sichtbarkeit eines Betriebs aufbaut. Als Beispiel nennt Klatt ein kleines regionales Hotel aus Baden-Württemberg, das seine KI-Sichtbarkeit bei Diensten wie Chat GPT oder Google Gemini von 23 auf 48 Prozent erhöhen konnte.
Die Zukunft gehört deshalb nicht dem Hotel mit den meisten Systemen, sondern dem mit den bestvernetzten – und mit Mitarbeitern, die dank digitaler Unterstützung mehr Zeit fürs Wesentliche haben.

Im Gespräch mit Kalina Nikolova
Director of Business Development & Hospitality bei GIATA, über vernetzte Hoteldaten und KI
Frau Nikolova, was leistet GIATA Drive?
GIATA Drive ist eine zentrale Content-Management-Plattform, über die Hotels Informationen, Zimmerkategorien, Bilder und Ausstattungsmerkmale zentral pflegen und an verschiedene Vertriebskanäle weitergeben können. Das reduziert die Mehrfachpflege und sorgt für konsistente Hoteldaten.
Für wen ist die Lösung interessant?
Grundsätzlich für Hotels und Hotelgruppen jeder Größe. Je komplexer die Vertriebs- und Systemlandschaft, desto größer ist in der Regel der Effizienzgewinn durch eine zentrale Datenpflege.
Warum ist die Vernetzung mit anderen Systemen wichtig?
Durch eine Anbindung an Property-Management-Systeme oder auch Channel-Manager lassen sich Inhalte zentral verwalten und für verschiedene Prozesse und Vertriebskanäle bereitstellen. Welche Integrationen sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Systemlandschaft ab.
Welche Bedeutung hat KI für die Hotellerie?
KI wird zunehmend wichtig – bei Content, Übersetzungen, Personalisierung und Datenanalyse. Entscheidend ist die Qualität der zugrunde liegenden Daten: Sie müssen strukturiert, aktuell und konsistent sein. Je besser die Datenbasis, desto größer der Nutzen von KI.