Regelung

Venedig verlangt Eintritt an noch mehr Tagen

Venedig
Im kommenden Jahr verlangt Venedig an noch mehr Tagen ein Eintrittsgeld. (Foto: © Tom Fenske/stock.adobe.com)
Seit vergangenem Jahr verlangt die Lagunenstadt zu bestimmten Terminen von Kurzbesuchern Geld. Auch im kommenden Jahr sollen wieder Eintrittsgebühren für Touristen fällig werden – dann sogar an mehr Tagen als zuvor. 
Mittwoch, 19.11.2025, 15:55 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Venedig wird auch im nächsten Jahr Eintritt kosten: zehn Euro pro Tag. An insgesamt 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli werden Kurzbesucher in der italienischen Lagunenstadt 2026 zur Kasse gebeten, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Den Eintritt müssen alle Tagesgäste zahlen – auch, wenn sie sich nur für ein paar Stunden in den Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke aufhalten. Nur wer frühzeitig bucht – mindestens drei Tage zuvor – kommt mit fünf Euro davon.

Damit geht die umstrittene Regelung, die ursprünglich nur als Test deklariert war, bereits in die dritte Saison. Auftakt für die nächste Runde ist am 3. April, letzter Zahltermin der 26. Juli. Das sind abermals mehr Tage als zuvor: Im ersten Jahr wurde die weltweit einmalige Gebühr an 29 Tagen fällig, dann an 54.

Zumindest wird es aber nicht teurer. Übernachtungsgäste bleiben ausgenommen. Sie müssen allerdings für jede Nacht eine Kurtaxe entrichten. 

Viele mogeln sich immer noch um Eintritt herum

In diesem Jahr registrierten sich mehr als 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt etwa 5,4 Millionen Euro in die Kassen brachte. Allerdings mogelten sich immer noch viele Besucher um den „contributo di accesso“ – so heißt die Gebühr auf Italienisch – herum. Besonders streng kontrolliert wird bislang nicht.

Das Geld soll helfen, den Massentourismus in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen: Die Stadt ist ohnehin teuer. Im historischen Zentrum leben heute noch annähernd 50.000 Menschen – weniger als die Stadt Hotelbetten hat.

(dpa/SAKL)

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