Tourismusmanagement

Venedig erhöht Eintrittstage für Tagesbesucher 2027

Gondelfahrt in Venedig
Venedig weitet die Eintrittsgebühr 2027 aus: An 72 Tagen sollen Tagesbesucher bis zu zehn Euro zahlen. Ziel ist die Steuerung der Touristenströme. (Foto: © jimfeng via Getty Images)
Im Jahr 2027 weitet Venedig seine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher aus. An 72 Tagen sollen Kurzbesucher für den Zugang zur Lagunenstadt zahlen. Die Stadt will damit die Besucherströme besser steuern – bislang ist ein Rückgang der Touristenzahlen durch die Gebühr jedoch nicht erkennbar.
Freitag, 16.10.2026, 12:36 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Die italienische Lagunenstadt Venedig weitet ihre Eintrittsgebühr für Tagesbesucher aus. Im Jahr 2027 sollen Touristen an insgesamt 72 Tagen zwischen Karfreitag und Mitte August eine Gebühr von bis zu zehn Euro zahlen. Das beschloss der Stadtrat. In diesem Jahr galt die Regelung noch an 60 Tagen.

Eine deutliche Erhöhung der Gebühr ist vorerst nicht geplant. Zwischenzeitlich waren auch Beträge von bis zu 30 Euro im Gespräch. Für die Umsetzung ist allerdings auch die Zustimmung der italienischen Regierung in Rom erforderlich.

Eintrittsgebühr für Venedig: Das müssen Tagesbesucher zahlen

Venedig erhebt seit 2024 als erste Stadt weltweit eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher. Das Modell soll vor allem an stark frequentierten Tagen greifen und dazu beitragen, die Besucherströme besser zu lenken.

In diesem Jahr kostete der Zugang fünf Euro, wenn Besucher mindestens drei Tage im Voraus buchten. Bei kurzfristigeren Buchungen wurden zehn Euro fällig. Die Zahlung erfolgt in der Regel online; anschließend erhalten Besucher einen QR-Code als Nachweis.

Nach Angaben aus der Stadt zahlten in diesem Jahr mehr als 650.000 Besucher die Gebühr. Dadurch nahm Venedig mehr als fünf Millionen Euro ein. Gleichzeitig umgehen weiterhin zahlreiche Touristen die Regelung.

Übernachtungsgäste sind von der Gebühr ausgenommen

Die Eintrittsgebühr richtet sich an Tagesbesucher. Wer in Venedig übernachtet, ist davon ausgenommen, muss jedoch gegebenenfalls eine Übernachtungsabgabe entrichten. Auch für bestimmte weitere Personengruppen gelten Ausnahmen.

Die Stadtverwaltung betont, dass es bei der Maßnahme nicht in erster Linie um zusätzliche Einnahmen gehe. Vielmehr soll sie helfen, die Besucherströme besser zu verteilen und die Belastung durch den Massentourismus zu begrenzen.

Massentourismus bleibt Herausforderung für Venedig

Ob die Eintrittsgebühr tatsächlich zur Entlastung beiträgt, ist bislang offen. Ein Rückgang der Besucherzahlen infolge der Maßnahme ist bisher nicht erkennbar.

Venedig gehört zu den beliebtesten Reisezielen Europas und zieht Schätzungen zufolge jährlich mehr als 25 Millionen Besucher an. Gleichzeitig steht die Stadt vor erheblichen Herausforderungen durch den Massentourismus. In der historischen Altstadt leben inzwischen weniger als 50.000 Menschen, während die Zahl der verfügbaren Hotelbetten die Einwohnerzahl deutlich übersteigt.

Auch die hohen Kosten vor Ort verdeutlichen die touristische Nachfrage: Ein Einzelticket für den Wasserbus Vaporetto kostet 9,50 Euro. Für eine Gondelfahrt von rund 30 Minuten werden mindestens 90 Euro fällig.

Für die Stadt bleibt damit die Frage, wie sich der wirtschaftliche Nutzen des Tourismus mit dem Schutz der historischen Altstadt und den Lebensbedingungen der verbliebenen Einwohner vereinbaren lässt.

(dpa/KAGI)

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