Nachhaltigkeit

„Tourismus im Klimawandel“ – Netzwerkveranstaltung für nachhaltigen Tourismus

Touristische Vertreter von mehr als 15 Reisezielen aus ganz Deutschland sind vom 24. bis zum 25. Oktober 2022 auf der Insel Juist zusammengekommen. Ziel war es, sich über die Folgen des Klimawandels für die Branche auszutauschen und über Strategien zur Bewältigung zu diskutieren.

Montag, 31.10.2022, 13:41 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Besichtigung des örtlichen Betriebs Hotel Achterdiek mit Geschäftsführer Stefan Danzer

Besichtigung des örtlichen Betriebs „Hotel Achterdiek“ mit Geschäftsführer Stefan Danzer (Foto: © Exzellenzinitiative Nachhaltige Reiseziele)

„Ressourcenschonung, Sensibilisierung von Reisenden und Mitarbeitern sowie die Einbindung der lokalen Bevölkerung sind Aspekte eines nachhaltigen Tourismus, die engagierte Destinationen wie Juist bereits fördern und umsetzen“, erklärt Meike Zumbrock, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen (TMN).

„Um Nachhaltigkeit jedoch bundesweit zu forcieren und zu verbreiten, müssen solche Ideen als Erfolgsrezepte und Handlungsempfehlungen vorgestellt werden. Denn sie liefern die richtigen Impulse für weitere Destination und zeigen, welche Lösungsansätze sich bereits bewährt haben. Wir freuen uns daher sehr, dass wir diesen praxisbezogenen Austausch als Co-Gastgeber gemeinsam mit der Exzellenzinitiative in Niedersachsen initiieren konnten.“

Projekt: „Klimawandel anpacken“

Als erstes Bundesland hat Niedersachsen im Rahmen des Projektes „Klimawandel anpacken“ flächendeckend die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus untersucht und Lösungsansätze für Anpassungsmaßnahmen entwickelt. Fachlich begleitet wurde die TMN dabei unter anderem vom Institut für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT). Diese wurde durch Wolfgang Günther vertreten, der im Rahmen der Veranstaltung die Handlungsnotwendigkeiten durch den Klimawandel nochmals herausstellte, aber auch Handlungspotenziale aufzeigte.

Robert Wenzel, Qualitätsmanager Nachhaltigkeit der TMN, stellte anschließend die Projektergebnisse vor. Für die 15 niedersächsischen Reiseregionen wurde jeweils ein maßgeschneiderter Werkzeugkasten entwickelt, der regionsspezifische Strategien zur Klimaanpassung beinhaltet. Zu den Werkzeugen zählen Factsheets und Wirkungsketten, die es ermöglichen, zentrale Klimarisiken für die jeweilige Region sowie Ansatzpunkte für konkrete Anpassungsmaßnahmen abzuleiten.

Das Projekt gehört zu den fünf Nominierten, die im Finale des Deutschen Tourismuspreises 2022 stehen.

Beispiele der örtlichen Tourismuspraxis

Wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Reiseland Niedersachsen und auf den Ostfriesischen Inseln gelebt wird, zeigten zahlreiche Einblicke in die örtliche Tourismuspraxis: So engagiert sich die Nationalverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer gemeinsam mit Nationalparkpartnern für eine nachhaltige Entwicklung in der Region. Das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht lädt Einheimische und Touristen ein, auf Entdeckungsreise zu gehen, um Fragestellungen zum Klimawandel in ihrem Umfeld zu erkunden, und die Kreativagentur curiopia möchte über einen „Klima-Stups“ Gäste auf Juist für den Klimawandel auf der Insel sensibilisieren.

Aber auch auf den Nachbarinseln engagiert man sich für eine nachhaltige Entwicklung: Michael Recktenwald, erfahrener Gastronom und Hotelier sowie Inhaber der Langeooger Bio Genuss Manufaktur, gab abschließend Impulse zur klimafreundlichen Gestaltung einer Speisekarte.

Direkte Einblicke in die Tourismuspraxis der Leistungsträger vor Ort gab es für die Teilnehmer am zweiten Veranstaltungstag über Betriebsbesichtigungen im Hotel Achterdiek, Biohotel Haus AnNatur und dem Nationalpark-Haus Juist.

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