Sicherheitslage

Schweizer Touristen lassen sich vom Terrorismus beeinflussen

Der Eidgenosse legt Urlaub vor allem Wert auf seine Sicherheit: So hat der internationale Terror in den letzten Jahren die Reiseplanung vieler Schweizer maßgeblich beeinflusst – zwei der einst beliebtesten Reiseländer sind vom Radar derweil fast verschwunden.

Montag, 24.04.2017, 13:55 Uhr, Autor: Felix Lauther
Verschneite Hütte in den Bergen mit Schweizer Flagge

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Früher reisten die Schweizer gerne nach Ägypten und in die Türkei. Heute, im Reisejahr 2017, heißt es bei den Eidgenossen: Bern statt Bosporus – denn der Inlandstourismus wird auch in der Schweiz immer beliebter. Das hat eine neue Studie des Touring Club Schweiz (TCS) ergeben.

Die Vorlieben der Schweizer seien je nach Alter, Reisebudget und Sprachregion sehr unterschiedlich, wie die Zeitung „SonntagsBlick“ berichtet. „Es gibt genau ein Kriterium, das einer absoluten Mehrheit der Befragten sehr wichtig ist, und das ist die Terrorgefährdung“, wie die repräsentative Umfrage unter 1.001 Schweizern durch das Institut gfs.bern ergeben hat.

Ägypten ist für schweizer Touristen nicht mehr beliebt
Für TCS-Direktor Jürg Wittwer, der die Studie in Auftrag gegeben hat, sei dies überraschend: „Terrorismus ist seit dem 11. September 2001 ein Thema. Aber in den letzten paar Jahren gab es einen fundamentalen Wandel.“ Das belegt auch eine aussagekräftige Zahl: So machen mehr als 80 Prozent der befragten Bürger ihr Feriendomizil von der terroristischen Gefahr in diesen Destinationen abhängig. Gut für den Inlandstourismus, denn der blüht auf. „Wenn es früher beispielsweise in Ägypten einen Terroranschlag gab, fielen zwar die Buchungen. Aber nach sechs Monaten waren sie wieder auf dem Stand von vor dem Anschlag“, verrät Wittwer im Interview mit dem „SonntagsBlick“.  Das Blatt habe sich aber gewendet: „Terrorismus in bestimmten Regionen wird als eine allzeit präsente Gefahr wahrgenommen.“

Gastfreundschaft ist den Schweizern auch wichtig
Sicherheit ist den Schweizern bei der Wahl ihres Reiseziels allerdings nicht alleine wichtig. Auch der „Charakter und die Gastfreundschaft der Bewohner“ spielen eine bedeutende Rolle. 88 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die „Netiquette“ vor Ort für „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“. Die „Entspannung“ folgt als weiteres Kriterium auf Platz 3.

Am Meer finden die Schweizer vieles von dem, was sie in ihrer Freizeit suchen. „Wir sind ein kleines Binnenland. Wenn wir ans Meer wollen, müssen wir über die Grenze“, sagt Wittwer. In den letzten Jahren werden aber die heimischen Seen und Berge immer beliebter und ersetzen den Drang nach Meer. („SonntagsBlick“ / FL)

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