Inkusion

Schleswig-Holstein stärkt barrierefreien Tourismus

Blick auf Kappeln an der Schlei
Kappeln an der Schlei ist ein beliebter Ort für Touristen in Schleswig-Holstein. (Foto: © Sina Ettmer/stock.adobe.com)
Mit einer neuen Masterlizenz setzt das Bundesland auf mehr Transparenz bei Angeboten für Menschen mit Einschränkungen. Das System „Reisen für Alle“ soll Gästen die Planung erleichtern und Betriebe zur Teilnahme motivieren.
Freitag, 02.01.2026, 10:54 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Schleswig-Holstein will sein Angebot im barrierefreien Tourismus weiter ausbauen. Wie das für Tourismus zuständige Wirtschaftsministerium mitteilte, besitzt das Land seit dem 1. Januar eine Masterlizenz für das bundesweite Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“. Ziel ist es, verlässliche und gut auffindbare Informationen zur Barrierefreiheit touristischer Angebote bereitzustellen und so die Weiterentwicklung des Tourismus im Land zu unterstützen.

„Reisen für Alle“ soll Orientierung bieten

Das System „Reisen für Alle“ ermöglicht es Gästen, die Eignung eines touristischen Angebots für die eigenen Bedürfnisse eigenständig einzuschätzen. Dafür werden Informationen zur Barrierefreiheit erhoben, die unter anderem von einer amtlichen Prüfstelle zusammengetragen werden. Anbieter nehmen freiwillig an dem Verfahren teil.

Bundesweit haben sich nach Angaben des Ministeriums bislang knapp 2.900 Betriebe zertifizieren lassen. Schleswig-Holstein will die Initiative nun stärker im Land verankern und den Anteil geprüfter Angebote ausbauen.

Minister wirbt für Teilnahme von Betrieben

Tourismusminister Claus Ruhe Madsen rief Unternehmen in Schleswig-Holstein dazu auf, sich an der Initiative zu beteiligen. „Ich bin überzeugt, dass barrierefreies Reisen nicht nur eine gesellschaftliche Verantwortung ist, sondern auch eine Chance für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Tourismus“, sagte Madsen.

Aus Sicht des Ministers sind gut auffindbare und verlässliche Informationen eine Grundlage dafür, Schleswig-Holstein als barrierearmes Reiseziel weiter nach vorn zu bringen. Das Land setzt dabei auf das etablierte System, um Transparenz zu schaffen und die Qualität der Angebote sichtbar zu machen.

(dpa/SAHO)

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