Umfrage

Reiselust bleibt – doch viele sparen am Urlaub

Familie beim Check-in im Hotel
Trotz steigender Preise wollen die meisten Menschen 2026 nicht auf Urlaub verzichten. Doch viele planen bewusster. (Foto: © Zoran Zeremski/stock.adobe.com)
Trotz knapperer Kasse planen die meisten Menschen Urlaub. Doch bei Reisezielen und Ausgaben wird gespart. Und eines will die große Mehrheit vermeiden.
Montag, 16.02.2026, 09:52 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Auf Urlaub wollen die Wenigsten trotz gestiegener Preise nicht verzichten – doch die Reisekasse ist bei vielen Menschen hierzulande dieses Jahr knapper gefüllt. Zwei Drittel der 2.110 Teilnehmer einer repräsentativen YouGov-Umfrage für die Postbank (66,3 Prozent) gaben an, 2026 privat zu verreisen – überwiegend sogar mehrmals.

Insgesamt knapp zwei von drei der Befragten mit Urlaubsplänen achten nach eigenen Angaben allerdings stärker auf die Kosten als sonst (50,3 Prozent) oder haben ihre Urlaubspläne bereits deutlich zusammengestrichen (10,6 Prozent).

Allgemeine Preisentwicklung setzt Grenzen

Am häufigsten wird als Begründung, warum bei Reisen gespart wird, auf gestiegene Lebenshaltungskosten verwiesen. Zwar ist die große Teuerungswelle, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine erfasst hatte, ausgelaufen. Doch zu Beginn des neuen Jahres hat sich das Leben hierzulande wieder etwas stärker verteuert.

Die Verbraucherpreise lagen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Januar 2026 um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Vor allem die Nahrungsmittelpreise zogen deutlich stärker an als noch im Dezember. Auch Dienstleistungen, wozu Pauschalreisen zählen, verteuern sich seit Monaten überdurchschnittlich.

„Die Inflation mag sich beruhigt haben, doch die Preissteigerungen der vergangenen Jahre wirken nach“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. „Viele Verbraucher reagieren auf die weiterhin hohen Lebenshaltungskosten mit Zurückhaltung bei ihren Ausgaben und beim Urlaub: weniger Reisen, günstigere Ziele, strengere Budgets.“

Urlaub wird bezahlt, nicht finanziert

Urlaub auf Pump ist für die überwiegende Mehrheit der Befragten keine Option: Nur vier Prozent der Befragten, die nach eigenen Angaben dieses Jahr verreisen wollen, finanzieren dies überwiegend mit einem Dispo- oder Ratenkredit.

Diejenigen, die einmal verreisen, bezahlen ihren Urlaub überwiegend aus Ersparnissen (62,2 Prozent). Befragte, die mehrere Reisen planen, bezahlen dies mehrheitlich aus laufenden Einnahmen (57,9 Prozent).

(dpa/SAKL)

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