DRV-Bereichsversammlung

„Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur ein Nice-to-have sein“

Sowohl die Pandemie als auch das Thema Nachhaltigkeit beeinflussen das Reiseverhalten maßgeblich. Um weiterhin für Touristen attraktiv zu bleiben, müssen daher neue Strategien entwickelt werden.

Mittwoch, 08.09.2021, 15:04 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Nachhaltige Hotelprodukte

Nachhaltigkeit beeinflusst das Reiseverhalten. (Foto: © SYARGEENKA/stock.adobe.com)

„Restart: Verändertes Reiseverhalten im Zeichen der Nachhaltigkeit“ – dieses Thema stand im Fokus der jüngsten Bereichsversammlung der assoziierten Mitglieder im Deutschen Reiseverband (DRV). „Nachhaltiges Handeln, und damit auch nachhaltiges Reisen, nimmt immer stärker an Bedeutung zu. Zudem verändert die Pandemie unser Reiseverhalten grundlegend. Es wird kurzfristiger gebucht und derzeit verstärkt im Inland und in die europäischen Nachbarländer verreist“, beschrieb Susanne D. Schick, DRV-Vizepräsidentin der Säule E, die Entwicklung.

Treiber für Umwelt- und Naturschutz

Prof. Dr. Alexander Dingeldey, Studiengangsleiter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, hob heraus, dass Tourismus und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein dürfen: „Auf der ökonomischen Seite ist der Tourismus für über zehn Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung verantwortlich und schafft circa 330 Millionen Arbeitsplätze. Dabei ist er in vielen Urlaubsdestinationen Treiber für Umwelt- und Naturschutz: Die Gäste wollen eine intakte Flora und Fauna erleben. Die wichtige Aufgabe ist es, die Auswirkungen der teilweise negativen Aspekte zu minimieren.“ In seinem Vortrag forderte er: „Generell sollten möglichst alle touristischen Produkte nachhaltig sein.“

Nachhaltige Strategien entwickeln

Welche Bedeutung Nachhaltigkeit für Zielgebiete hat, verdeutlichte Barbara Radomski, Geschäftsführerin von Bayern Tourismus: „Destinationen sind in Gefahr, die elementaren Bestandteile ihres touristischen Angebotes wie intakte Natur, gewachsene Traditionen und freundliche Gastgeber einzubüßen und damit an Attraktivität zu verlieren. Sie stehen daher unter Handlungsdruck, nachhaltige Strategien zu entwickeln, um ihre Ressourcen langfristig zu schützen und zu erhalten.“ Ihre Schlussfolgerung auf der Sitzung der assoziierten DRV-Mitglieder lautete: „Das Thema Nachhaltigkeit wird deshalb in der Post-Corona-Reisewelt nicht mehr nur ein Nice-to-have sein, sondern muss im Rahmen gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung zur Haltung einer gesamten Destination werden.“

(DRV/NZ)

 

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