Bayern

Jugendherberge Furth im Wald: Heller, schöner, nachhaltiger

Nach knapp einjähriger Bau- und Modernisierung öffnet die Jugendherberge Furth i.W. am Wochenende seine Türen für Gäste aus aller Welt. Das Haus wurde während der letzten 12 Monate einer umfassenden energetischen Sanierung unterzogen.

Donnerstag, 07.04.2022, 15:00 Uhr, Autor: Martina Kalus
Der Wald gibt die Themen vor – auch bei der Raumgestaltung (Foto: © DJH Bayern)

Der Wald gibt die Themen vor – auch bei der Raumgestaltung (Foto: © DJH Bayern)

Die Jugendherberg Furth i.W. wurde während der vergangenen 12 Monate einer umfassenden Sanierung unterzogen. Gleichzeitig wurden durch zahlreiche Einzelmaßnahmen die Aufenthaltsqualität für alle Gäste signifikant erhöht. Ab dem Wochenende gehört die Jugendherberge im Oberen Bayerischen Wald wieder den Schulklassen, Familien und Reisegruppen.

Der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) als Träger des Hauses bekräftigt mit der Investition in den Standort Furth i.W., dass insbesondere der ländliche Raum hohe Potenziale für eine touristische Entwicklung hat und ein attraktives Reiseziel für alle Gästegruppen ist. Michael Gößl, geschäftsführender Vorstand im Landesverband: „Wir freuen uns, dass mit der Wiedereröffnung der Jugendherberge nun ein kleines Juwel in die gesamte Region strahlt. Das Haus ist zudem beispielgebend für zukunftsfähiges, weil ressourcenschonendes Bauen. Und schließlich wird die Jugendherberge als Bildungs- und Begegnungsort auch ein Raum für lebenslanges Lernen sein.“

Während der Corona-Pandemie musste der Landesverband alle Bau-, Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten an seinen 52 Häusern einstellen, um die Liquidität des Verbandes während der Krise zu sichern; einzige Ausnahmen: die neue Jugendherberge München City und die Jugendherberge Furth i.W. Das unterstreicht die Bedeutung des Bauvorhabens.

Hinzu kommt, dass das Projekt in Furth i.W. beispielgebend im Hinblick auf die Finanzierung gelten muss. Die Bausumme von insgesamt knapp über vier Millionen Euro teilen sich Freistaat Bayern (1,6 Mio. EUR), Landkreis Cham (1,45 Mio. EUR) und Jugendherbergswerk Bayern (ca. 1,2 Mio. EUR). Gößl: „Nur so konnten der Bau realisiert werden – eine Finanzierung nur durch unseren Verband wäre aussichtlos gewesen. Mein Dank geht also an die Bayerische Staatsregierung und den Landkreis. Dieses Modell hat überzeugt, dann – ganz nebenbei – sind wir weitestgehend im Zeit- und Kostenplan geblieben.“

Die letzten Arbeiten werden abgeschlossen, bevor am Wochenende die ersten Gäste ins Haus kommen (Foto: © DJH Bayern)
Die letzten Arbeiten werden abgeschlossen, bevor am Wochenende die ersten Gäste ins Haus kommen (Foto: © DJH Bayern)

Mit der umfassenden Modernisierung der Jugendherberge in Furth i.W. ist ein außerschulischer Bildungsort entstanden, der die vielfältigen Möglichkeiten der Region aufgreift und die Themen Umwelt und Natur, grenzüberschreitende kulturelle Bildung und wertebasiertes Soziales Lernen in seine Programmangebote einspeist. Gleichzeitig sind auch die Baumaßnahmen selbst Beleg des nachhaltigen Unternehmenskonzeptes des DJH.

Im Zuge der Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten wurde großes Augenmerk auf die energetische Ertüchtigung des Hauses gelegt. So wurden eine effiziente Heizungsanlage eingebaut, Fenster erneuert, die gesamte Fassade gedämmt und die Warmwasserversorgung um eine Solarthermie-Anlage erweitert. Dadurch konnte die Energiebilanz des Hauses nahhaltig verbessert und die umwelt- bzw. klimapolitischen Vorgaben umgesetzt werden.

Lern- und Begegnungsort Jugendherberge

Schulklassen, Familien, Gruppen oder Einzelreisenden steht ab sofort ein offenes, multifunktional nutzbares und internationales Haus zur Verfügung, das sich organisch in sein Umfeld einfügt. Zentrales Thema bei der Gestaltung der Zimmer und Gemeinschaftsräume ist der „mystische Wald“. Entsprechend wurde der Baustoff Holz großzügig und sichtbar verbaut. Das Thema Wald findet sich auch in den Programmangeboten des Hauses wieder.

Innenarchitektur und Raumgestaltung orientieren sich zudem am Motto der Jugendherbergen, das seit mehr als 100 Jahren Gültigkeit besitzt: Gemeinschaft erleben. Vor diesem Hintergrund stehen jetzt zahlreiche Gemeinschaftsräume zur Verfügung – ein offener Bereich für Lounge, Bistro und Speisesaal dient den Gästen als Begegnungs- und Treffpunkt. Mit der Umsetzung der Baumaßnahmen waren vor allem Firmen aus der Region beauftragt.

Michael Gößl: „Wenn ich an die zurückliegenden Corona-Jahre denke, wird klar, dass Kinder und Jugendliche jetzt genau so einen Ort wie die neue Jugendherberge Furth i.W. brauchen. Hier finden sie Kontakt zu Gleichaltrigen, niederschwellige Bildungsangebote und vor allem Raum und Gelegenheit zum Ausleben ihrer Wünsche und Bedürfnisse. Übrigens haben wir ein ‚Eröffnungsspecial‘ für Familien zusammengestellt, um das Haus ausgiebig kennenzulernen.“

Die Gästestruktur der Jugendherberge Furth i.W. wird überwiegend aus Schulklassen aller Schularten, Kindern und Jugendlichen sowie Gruppen und Vereinen (Jugendverbände, musische und kirchliche Gruppen) bestehen. Während der Jahre vor Ausbruch der Pandemie waren in diesen Gästesegmente deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen. Das Haus eignet sich darüber hinaus auch für Familienurlaube und Workshops.

(Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH)/MK)

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