Gäste buchen spät, Kosten bleiben ein Thema
An der niedersächsischen Nordseeküste ist die Nachfrage nach Herbsturlaub nach Angaben der Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) im Vergleich zum Vorjahr stabil. Eine konkrete Buchungszurückhaltung aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise sei derzeit nicht festzustellen.
Allerdings achten Reisende stärker auf ihr Gesamtbudget. Neben den Kosten für die An- und Abreise spielen dabei auch Ausgaben für Unterkunft, Gastronomie und Freizeitangebote eine Rolle. Die Tano beobachtet deshalb eine zunehmende Preissensibilität bei Reiseentscheidungen.
Für Gastgeber bedeutet das zugleich: Auch kurzfristige Buchungen bleiben ein wichtiger Faktor. Wer bei Reisedauer, Anreisetag und Urlaubsort flexibel ist, hat an der Küste derzeit noch gute Chancen auf eine Unterkunft.
Kurzfristige Buchungen werden zur Regel
Auch in der Lüneburger Heide fällt die Prognose für die Herbstferien positiv aus. „Die Herbstferien sehen ganz gut aus“, sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.
Eine genaue Auslastungsprognose sei allerdings schwierig, da die Gäste sehr kurzfristig buchen. Im Durchschnitt liegen zwischen Buchung und Anreise lediglich sechs Tage. Insgesamt bewegten sich die Übernachtungszahlen auf dem Niveau des Vorjahres – und damit auf dem Niveau eines Rekordjahres.
Gleichzeitig bereiten die gestiegenen Energiekosten Sorgen. Besonders deutlich macht sich der Kostendruck laut von dem Bruch im Tagestourismus bemerkbar: „Wir merken den Benzinpreis zunehmend, vor allem im Tagestourismus.“
Harz: Solide Nachfrage trotz Kosten
Auch im Harz fällt die Bilanz gemischt, aber insgesamt solide aus. In einzelnen Orten ist die Nachfrage etwas schwächer als in den vergangenen Jahren. Einen eindeutigen negativen Effekt der hohen Kraftstoffpreise sieht der Tourismusverband bislang jedoch nicht.
Vor allem bei Tagesausflüglern könnten die gestiegenen Fahrtkosten eine Rolle spielen. Für Übernachtungsgäste gibt es dagegen einen zusätzlichen Anreiz: Mit dem Urlauber-Ticket Hatix können sie zahlreiche Buslinien und mehrere Bahnverbindungen ohne weitere Kosten nutzen und das Auto während des Aufenthalts stehen lassen.
Wie in der Lüneburger Heide werden auch im Harz viele Unterkünfte erst kurzfristig gebucht. Für Gastgeber bedeutet das, dass die tatsächliche Auslastung vielfach erst wenige Tage vor Ferienbeginn feststeht.
Preissensibilität nimmt zu
Die Entwicklung zeigt ein ambivalentes Bild für das Herbstgeschäft: Die Nachfrage nach Urlaub im eigenen Land bleibt stabil, gleichzeitig achten die Gäste stärker auf die Gesamtkosten ihrer Reise. Besonders der Tagestourismus reagiert offenbar sensibler auf steigende Mobilitätskosten.
Für die Gastgeber in Niedersachsen bleibt damit vor allem eines entscheidend: Die Herbstferien sind noch nicht ausgebucht – und das Buchungsfenster wird immer kürzer.
(dpa/KAGI)