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EM 2024 stärkt deutsche Hospitality

Jubelnde Fußball-Fans verschiedener Hautfarben
Die EM 2024 verspricht auch für die Deutsche Hospitality eine voller Erfolg zu werden. (Foto: © stock.adobe.com/Mirador)
Die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht der Europa-Fußballmeisterschaft positiv entgegen. Das Sport-Ereignis hat eine starke Reisebereitschaft nach Deutschland ausgelöst, die sich in überdurchschnittlich hohen Hotelbuchungen widerspiegelt. Dieser Effekte könnte länger anhalten.
Donnerstag, 13.06.2024, 15:05 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) vermarktet das Event aktiv im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Uefa Euro GmbH. Die DZT rechnet mir mehr als drei Millionen zusätzlichen internationalen Übernachtungen durch EM-Teilnehmer und Gäste, die Deutschland anlässlich des Fußball-Events besuchen und darüber hinaus das Land bereisen.

EM ist Wirtschaftstreiber

Hotellerie und Gastronomie im ganzen Land können von dem Groß-Event profitieren. Neben den zehn Host Cities mit ihren großen Stadien und Fan-Meilen, gilt dies auch für die Basisquartiere der 24 Mannschaften, die die Spieler und ihre Betreuerteams während des Turniers auch in den ländlichen Regionen gebucht haben. Zudem umfasst das Kunst- und Kulturprogramm zur Euro 2024 mehr als 300 Veranstaltungen an 45 Orten deutschlandweit.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erklärt dazu: „Die Fußball-Europameisterschaft ist ein Event, dessen Bedeutung weit über das sportliche Turnier hinausreicht. Wir werben im Kontext der Uefa Euro 2024 weltweit für eine längere Aufenthaltsdauer der internationalen Gäste, die über den Besuch eines Fußballspiels hinaus geht.“

Gäste wollen länger bleiben

Sie verrät, das eine aktuelle, exklusive DZT Real Time-Befragung in drei starken Quellmärkten (Großbritannien, Frankreich und Spanien) den strategischen Ansatz bestätigt: 92 Prozent der Befragten, die anlässlich der Uefa Euro 2024 nach Deutschland kommen, wollen nicht nur das Spiel besuchen, sondern länger im Land bleiben. 

38 Prozent planen bis zu drei Nächte für Sightseeing in den Host Cities, 14 Prozent wollen drei Tage nutzen, um die Gastgeberstädte und deren Umgebung zu erkunden, und 40 Prozent beabsichtigen, sogar mindestens vier Nächte in Deutschland zu verbringen.

Sie ist überzeugt, dass neben den wirtschaftlichen Effekten die Euro große Chancen bietet – analog zum Sommermärchen 2006 – Deutschland nachhaltig als gastfreundliches und weltoffenes Land zu präsentieren und so erneut einen Imagegewinn für das Reiseland Deutschland zu erzielen.

Auswirkungen auf das ganze Jahr erwartet

Nach den jetzt vorliegenden Übernachtungszahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der internationalen Übernachtungen in Hotels und Pensionen mit mindestens zehn Betten von Januar bis Ende April im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 21,3 Millionen. Die Recovery im Vergleich zu 2019 erreicht im April 2024 89,5 Prozent.

Die Reiseabsichten der Europäer liegen nach Analysen des Monitoring Sentiment for Intra European Travel der European Travel Commission (ETC) vom April 2024 für die Monate Mai bis Oktober bei 75,4 Prozent, drei Prozentpunkte höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

8,1 Prozent der Befragten planen, in den kommenden sechs Monaten aus Anlass eines Events (Sportevent/Festival) innerhalb Europas zu verreisen. Und das Long-Haul Travel Barometer der ETC bescheinigt auch für die großen Quellmärkte in Übersee ein erhebliches Interesse an Fernreisen.

Sport-Events ziehen Gäste an

Frankreich als Gastgeber der Olympischen Spiele und Deutschland als Austragungsort der Uefa Euro 2024 sind laut Quarterly Report Q1/2024 der European Travel Commission besonders für steigende Tourismusausgaben prädestiniert.

Bezogen auf Deutschland teilen Experten der internationalen Reiseindustrie die optimistische Prognose. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftssituation liegt bei den für das DZT Travel Industry Expert Panel befragten internationalen Key Accounts im 2. Quartal 2024 mit 53 Punkten fast doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt verbessert sich der Geschäftsklimaindex im Vorjahresvergleich von 46 auf 58 Punkte.

(DZT/CHHI)

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