Technik

Digitale Bestellsysteme gegen Personalmangel im Tourismus

Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH)
Stefan Borgmann sieht in digitalen Bestellsystemen und einer stärkeren Nebensaison mögliche Ansätze gegen Personalmangel und steigende Kosten im Tourismus. (Foto: © picture alliance/dpa | Frank Molter)
Steigende Kosten und fehlende Arbeitskräfte setzen Betriebe unter Druck. Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, sieht Innovationen und eine stärkere Nebensaison als mögliche Ansätze.
Montag, 02.03.2026, 09:49 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Steigende Kosten und Personalmangel stellen viele Betriebe im Tourismus vor Herausforderungen. Nach Ansicht der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) können technische Innovationen zur Entlastung beitragen.

Geschäftsführer Stefan Borgmann rät dazu, stärker auf digitale Lösungen zu setzen. Bestellungen im Restaurant über ein Tablet, wie es in skandinavischen Ländern oft üblich sei, könnten bereits eine deutliche Entlastung bringen – sowohl für das Personal als auch bei der Wartezeit der Gäste. „Das gibt es auch in Kiel schon. Aber noch ist dies nicht in allen Orten in Schleswig-Holstein der Fall.“ Wenn mehr Gastronomen solche technischen Lösungen nutzen, reduziert sich das Problem.

Längere Saison als wirtschaftlicher Hebel

Neben technischen Innovationen sieht Borgmann auch in einer stärkeren Nachfrage in der Nebensaison eine Möglichkeit, dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. „Damit die Betriebe ganzjährig ausgelastet sind.“

Wenn ein Restaurant auch im Februar geöffnet sei, könnten nicht nur Saisonkräfte, sondern auch Vollzeitkräfte beschäftigt werden. „Dies wäre ein Hebel.“ Die Unternehmen wären dann nicht darauf angewiesen, in den Sommermonaten den gesamten Jahresumsatz zu erwirtschaften. Könnten Fixkosten über das Jahr verteilt werden, wirke sich das dämpfend auf die Preise aus.

Beispiel Dagebüll

Als Beispiel für eine positive Entwicklung nannte Borgmann den nordfriesischen Hafenort Dagebüll. Wo früher Menschen lediglich auf die Fähren zu den Inseln und Halligen stiegen, habe sich ein Ferienort mit Wohnungen, Einkaufsstraße und Lokalen entwickelt.

Manchen Gästen seien die Inseln inzwischen zu teuer, zudem wollten sie nicht von den Fähren abhängig sein. Sie übernachten lieber in Dagebüll, könnten aber für einen Tag nach Föhr oder Amrum fahren und gleichzeitig auch Flensburg, Dänemark und andere Ziele erleben. „Wenn man entsprechende Angebote schafft, kann man auch solche Orte beleben. Man muss nur mutige, zu Investitionen bereite Menschen haben, die auch gelassen werden“, sagte Borgmann.

(dpa/ SAHO)

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