Umfrage

Budgetdruck verändert das Reiseverhalten

Blick in ein Familienzimmer des 2025 eröffneten a&o Firenze Campo di Marte
Europa statt Fernreise – einer der Reisetrends im Sommer 2026. Das bedeutet auch: Kurztrips boomen. (Foto: © a&o Hostels)
Eine YouGov-Erhebung im Auftrag von a&o zeigt: Viele Europäer setzen auf nahe Ziele und kürzere Aufenthalte. Hohe Energiekosten und die Weltlage dämpfen zugleich die Reiselust.
Mittwoch, 15.07.2026, 14:26 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Preis, Energiekosten und die aktuelle Weltlage bestimmen die Reisepläne vieler Europäer in diesem Sommer. Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag von a&o Hostels bleiben 11 % der Teilnehmer sogar vollständig zuhause. Gleichzeitig gewinnen Städte- und Kurzreisen an Bedeutung – insbesondere bei jüngeren Urlaubern.

Für die Untersuchung wurden im Juni 2026 insgesamt 14.249 Personen ab 18 Jahren aus zwölf europäischen Ländern zu ihren Reiseplänen und den ausschlaggebenden Entscheidungskriterien befragt. Phillip Winter, CMO von a&o Hostels, sagt: „Reisen bleibt ein starkes Bedürfnis – aber die Entscheidung, wohin es geht, ist heute mehr denn je eine Budgetfrage.“

Europäische Kurzreisen besonders gefragt

Europa ist für viele Urlauber die bevorzugte Destination dieses Sommers. 30 % der Teilnehmer planen mindestens eine Kurzreise von bis zu sechs Tagen im eigenen Land. Weitere 16 % wollen für eine solche Reise innerhalb Europas unterwegs sein.

Eine mindestens einwöchige Europareise planen 17 %. Besonders ausgeprägt ist die Tendenz zum europäischen Kurztrip bei den 18- bis 34-Jährigen. In dieser Altersgruppe planen bis zu 24 % in den nächsten Wochen eine entsprechende Reise. 6 % aller Teilnehmer haben in den vergangenen sechs Monaten eine geplante Fernreise durch eine Europareise ersetzt oder die Fernreise verschoben.

Fast jeder Dritte entscheidet nach dem Preis

Für 31 % der Teilnehmer hat der Preis die Wahl des letzten Reiseziels beeinflusst. Damit sind die Kosten der meistgenannte einzelne Entscheidungsfaktor der gesamten Erhebung. In Ungarn liegt der Anteil bei 39 %, in Belgien und den Niederlanden bei rund 35 %. Unter den 18- bis 34-Jährigen geben bis zu 37 % an, ihr Ziel maßgeblich nach ihrem finanziellen Rahmen gewählt zu haben.

Phillip Winter erklärt: „Fällt der klassische Urlaub aufgrund zu hoher Kosten aus, gewinnt der Städtetrip, bislang ein zusätzliches Vergnügen im Jahr, an Bedeutung, d.h. auch, die Erwartungen an die Kurzreise steigen.“

Weltlage beeinflusst die Zielwahl

Auch geopolitische Entwicklungen wirken sich auf die Reiseplanung aus. 12 % der Teilnehmer geben an, dass das aktuelle Weltgeschehen die Wahl ihres letzten Reiseziels beeinflusst hat. In Tschechien liegt der entsprechende Anteil bei 18 %, in Österreich bei 19 %. Sicherheitsaspekte spielen für rund 10 % eine Rolle. Bei den 18- bis 24-Jährigen beträgt dieser Anteil sogar 16 %.

Nach Angaben von a&o deuten die Ergebnisse darauf hin, dass politische Stabilität und ein sicheres Umfeld zunehmend zu grundlegenden Anforderungen an ein Reiseziel werden. Europäische Städte mit verlässlicher Infrastruktur könnten davon profitieren.

Persönliche Reiseträume bleiben wichtig

Trotz des Kostendrucks und der unsicheren Weltlage bleibt der Wunsch, ein bestimmtes Ziel einmal selbst zu erleben, ein wichtiger Antrieb. 20 % der Teilnehmer wählten ihr letztes Reiseziel, weil sie es schon immer besuchen wollten. In Österreich beträgt der Anteil 25 %. Unter den 25- bis 34-Jährigen nennen 24 % diesen Grund.

Empfehlungen von Freunden und Familie sowie Online-Bewertungen beeinflussen die Entscheidung zu rund 11 %. Bei Personen bis 24 Jahre liegt der Anteil bei 17 %.

Zur Umfrage

YouGov führte die Online-Befragung im Auftrag von a&o Hostels vom 8. bis zum 16. Juni 2026 durch. Befragt wurden 14.249 Mitglieder des YouGov-Panels aus Deutschland, Tschechien, Ungarn, Polen, Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert. Die Ergebnisse wurden anschließend entsprechend gewichtet und sind nach Angaben von YouGov repräsentativ für die jeweilige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Die dargestellten Werte bilden jeweils den zusammengefassten Wert aus zwei aufeinanderfolgenden Antwortstufen ab.

(Presseportal/ SAHO)

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