Geschäftsmodell

Airbnb will mit neuem Angebot zum Reiseunternehmen werden

Airbnb
© APA (AFP)/JOHN MACDOUGALL
Airbnb entwickelt sich vom Vermittler von Ferienapartments zum Konkurrenten klassischer Reiseveranstalter. Mit der jüngst vorgestellten Funktion „Trips“ erweitert das Unternehmen seine Plattform um Urlaubserlebnisse wie Ausflüge zu lokalen Sehenswürdigkeiten oder Events.
Sonntag, 20.11.2016, 11:43 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Airbnb startet den neuen Service in den zwölf Städten Los Angeles, San Francisco, Miami, Detroit, Havanna, London, Paris, Florenz, Nairobi, Kapstadt, Tokio und Seoul. Das Angebot soll allerdings rasch ausgeweitet werden, 39 weitere Städte seien schon in den Startlöchern. In Zukunft sollen auch Flüge integriert werden, so dass ein ganzes Reiseprogramm erstellt werden kann. Vor zwei Monaten hatte bereits der Internetriese Google eine Reiseplaner-App vorgestellt, die ebenfalls „Trips“ heißt.

Airbnb vermittelt gegen Gebühr Wohnungen und Zimmer von Privatpersonen zur Zwischenmiete an Reisende und ist damit ein großer Konkurrent der Hotel-Industrie. Die Online-Plattform hat seit der Gründung 2008 einen rasanten Aufstieg verzeichnet und ist inzwischen nach eigenen Angaben in 191 Ländern und mehr als 34 000 Städten weltweit vertreten. Das Unternehmen wurde von Investoren zuletzt mit rund 30 Milliarden Dollar (28,2 Milliarden Euro) bewertet.

Das Geschäftsmodell ist allerdings umstritten. Kritikern zufolge wird durch Airbnb ohnehin schon knapper Wohnraum verringert und verbotene gewerbliche Nutzung sowie ruhestörender Andrang von Touristenmassen in Wohnvierteln ermöglicht. In Metropolen wie Berlin oder New York, wo erst kürzlich drastische Strafen für illegale Airbnb-Nutzung eingeführt wurden, hat das Unternehmen deshalb einen schweren Stand.

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