Unverwechselbarkeit

Signature-Dish als Marketing-Tool

Ein eindeutiger und konsequenter USP in Küche bringt neue Gäste und hält Stammgäste. Dadurch hebt man sich vom auswechselbaren Angebot der Konkurrenz ab.

Freitag, 22.03.2019, 08:00 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Tafelspitz im Kupferkessel

Wer in Wien Lust auf einen Tafelspitz hat, landet häufig in einem der Plachutta-Betriebe – ein klassisches Signature-Dish, für das Mario Plachutta weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt ist. (© AMA Marketing)

Wer in Wien ans Schweizerhaus denkt, wird in der Regel an Stelze und Bier denken, beim Plachutta sind es Tafelspitz & Co und beim Figlmüller die riesigen Schnitzel. „Restaurants sollten danach trachten, ein außergewöhnliches Signature-Dish zu kreieren, um sich von der Konkurrenz abzuheben“, so Werbe- und Marketingprofi Alois Gmeiner (https://www.werbetherapeut.com). Das sei etwa  einer der großen Vorteile der bekannten Fast-Food-Ketten. Schon wenn man das Logo sieht, weiß man, was einen erwartet. Und die Entscheidung dafür oder dagegen fällt innerhalb von Sekunden. Dem Marketing sei Dank.

Für den gerösteten Markknochen kommen Gäste aus der ganzen Welt
Auch in der gehobenen Gastronomie sei ein Signature-Dish ein Jackpot für den Gastronomen. Das Gericht „Geröstete Markknochen“, zubereitet von Ausnahmekoch Fergus Henderson, gehört zu jenen Signature-Dishes, für die Gourmets aus der ganzen Welt in das Londoner Restaurant des Meisters pilgern. Es ist auch das einzige Gericht, das seit Jahren täglich auf der Speisekarte steht und unzählige Male bestellt wird. „Restaurants sollten sich überlegen, was sie sehr gut kochen oder auch gut und ungewöhnlich präsentieren können, um aus einem normalen Gericht ein Signature-Dish zu machen, für das Gäste auch öfter ins Lokal kommen“, so Gmeiner. In jeder Stadt gibt es solche Lokale, die berühmt sind für bestimmte Gerichte und bei denen, entsprechend kontinuierlicher Qualität, auch die Auslastung überdurchschnittlich ist.

Brainstorming mit dem ganzen Team
Wie kommt man aber zu einer Alleinstellungsmerkmal für die eigene Küche? Gmeiner: „Die erste Zutat ist Gehirnschmalz. Am besten im Team und gemeinsam mit einem Moderator von außen, damit nicht in der eigenen Suppe geköchelt wird. Dann sollten möglichst alle Mitarbeiter auch gehört werden und Ideen beisteuern dürfen. Und dann geht es natürlich auch um die technische und finanzielle Machbarkeit. Wenn ich Steaks auf offenem Holzkohlengrill braten will, dann brauche ich auch die entsprechenden Gerätschaften und die Köche, die das perfekt umsetzen können. Ideal wäre auch noch, wenn das Gericht auch entsprechend Gewinn abwirft, daher müssen es nicht immer teure Spezialitäten sein. Ein Markknochen ist billig in der Anschaffung, das Gericht wird aber zum Preis von 10,80 Pfund angeboten.“

 

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