Geht das zu weit?

Kalifornien: Restaurant erteilt „Green Cards“ für Gratis-Drinks

Diese Werbemaßnahme könnte so einigen Mexikanern den Kamm unterm Sombrero anschwellen lassen. Wer im kalifornischen Restaurant Hennessey’s Tavern eine „Green Card“ für einen Gratis-Getränk ergattern wollte, musste über ein aufblasbares Hindernis klettern. 

Dienstag, 09.05.2017, 09:53 Uhr, Autor: Felix Lauther
Zwei Tequila Shots auf Tisch mit Zitronenscheiben

Im Restaurant Hennessey’s Tavern ging eine Werbeaktion zum mexikanischen Feiertag „Cinco de Mayo“ nach hinten los. (© sarymsakov.com / fotolia)

Das kalifornische Restaurant Hennessey’s Tavern hat sich mit seinem Event zu dem mexikanischen Feiertag „Cinco de Mayo“ nicht gerade mit Ru(h)m bekleckert. Angesichts der Pläne von US-Präsident Trump, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu errichten – durften die Gäste des Restaurants über ein aufblasbares Hindernis klettern, um einen Getränkegutschein im Design einer Green Card zu erhalten.

Event als Protest gegen den Mauerbau
„Wir wollten einen Dialog kreieren und zeigen, wie lächerlich es ist, Millionen von Dollar in den Bau einer Mauer zu stecken und zu denken, dass Mexiko die Rechnung zahlt und seine Bürger den Bau ausführen“, verteidigt Veranstalter Paul Hennessey die Aktion, nachdem sich zahlreiche User in sozialen Netzwerken über das Event beschwert hatten. Ihm wird vorgeworfen, sich absichtlich über die Situation lustig gemacht und die ernste Lage verkannt zu haben.

Die Green Card, die im Rahmen des Feiertag-Events in „Permanent Drinking Card“ umbenannt worden war, konnten die Gäste an der Bar in Drinks eintauschen. Sie ist der echten United States Permanent Resident Card nachempfunden, mit der Einwanderer unbefristet in den USA leben dürfen. In zahlreichen Beschwerden ärgern sich viele Nutzer zudem darüber, dass die Stunt-Aktion ausgerechnet am mexikanischen Feiertag zu Ehren der Schlacht von Puebla stattgefunden hat.

Shitstorm kocht hoch
„Wann hat sich die Bedeutung von einen ‚Dialog kreieren‘ in Späße über das kulturelle Erbe von Menschen und ihren Kampf zu machen, verwandelt? Während man praktischerweise dabei auch noch Geld verdient, weil sich Menschen betrinken“, äußert der User Kelsey Gruebnau. Auch die Entschuldigung des Restaurants kommt nicht gut an. „Ich sehe keine Entschuldigung in Ihrer Antwort“, schreiben einige Nutzer, während andere vermuten, dass die Antwort des Restaurantinhabers bloß eine beschwichtigende Ausrede für ein extrem rassistisches Event sei. (FL)

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