Gastgewerbe unter Druck: Löhne steigen, Umsätze nicht
Für Hotels und Gastronomiebetriebe wird es wirtschaftlich nicht einfacher: Die Löhne im Gastgewerbe lagen im September 2026 um 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das geht aus dem aktuellen DATEV-Mittelstandsindex hervor. Damit verzeichnete die Branche den stärksten Lohnanstieg aller untersuchten Wirtschaftszweige.
Für Gastgeber bedeutet das: Sie müssen höhere Personalkosten auffangen, während die Umsätze nicht im gleichen Maß mitwachsen. Gerade für personalintensive Betriebe ist diese Entwicklung eine Herausforderung.
Weniger Umsatz trotz steigender Löhne
Denn auf der Umsatzseite sieht die Lage anders aus. Im September 2026 lagen die Erlöse des Gastgewerbes 3,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Innerhalb der untersuchten Branchen fiel der Rückgang damit zwar vergleichsweise moderat aus – ein Wachstum gab es aber nicht.
Im gesamten deutschen Mittelstand stiegen die nominalen Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent. Gegenüber dem Vormonat gingen sie allerdings um 1,0 Prozent zurück.
Die Zahlen zeigen damit eine schwierige Kombination für die Betriebe: Die Ausgaben für Personal steigen, während die Einnahmen im Gastgewerbe rückläufig sind. Wie sich das konkret auf die Ertragslage einzelner Hotels und Restaurants auswirkt, lässt sich aus dem Index allein allerdings nicht ablesen.
Beschäftigung im Mittelstand rückläufig
Auch beim Personal zeigt sich eine verhaltene Entwicklung. Die Beschäftigung im Mittelstand sank im September sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozent.
Dabei entwickelten sich die Unternehmensgrößen unterschiedlich: Kleinstunternehmen beschäftigten im Vorjahresvergleich 0,7 Prozent mehr Mitarbeiter. Bei kleinen Unternehmen ging die Beschäftigung um 0,2 Prozent zurück, bei mittleren Unternehmen um 0,5 Prozent.
DATEV wertet Daten von Millionen Beschäftigten aus
Der DATEV-Mittelstandsindex bildet monatlich die wirtschaftliche Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland ab. Für die Umsatzanalyse wertet DATEV Daten aus Umsatzsteuervoranmeldungen von mehr als einer Million Unternehmen aus. Die Lohn- und Beschäftigungsindizes beruhen auf anonymisierten Abrechnungsdaten von mehr als acht Millionen Arbeitnehmern.
Die Auswertung liefert damit einen aktuellen Einblick in die Entwicklung von Umsätzen, Löhnen und Beschäftigung – auch im Gastgewerbe.
(DATEV/KAGI)