Statement

„Wir kämpfen ums Überleben unserer Branche“

Yoram Biton
„Wir brauchen eine betriebswirtschaftlich tragbare Perspektive für die gesamte Hotelbranche!“, Yoram Biton, Managing Director der Leonardo Hotels Central Europe. (©Foto: Hoffotografen)
Die Lage für die deutsche Hotellerie spitzt sich immer weiter zu. Yoram Biton, Managing Director der Leonardo Hotels Central Europe, schlägt gemeinsam mit seinen Kollegen Alarm. Die gesamte Hotelbranche sei in katastrophalem Zustand.
Donnerstag, 15.04.2021, 15:17 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Hotelketten und Unternehmensverbünde schlagen Alarm. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, weiß auch Yoram Biton, Managing Director der Leonardo Hotels Central Europe.

„Die Unsicherheiten sind größer als zuvor, die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Krise nehmen durch die bestehenden behördlichen Einschränkungen weiter zu. Eine Rückkehr zur ´Normalität´ ist auch nach einem Jahr Corona überhaupt nicht abzusehen. Für die gesamte Hotelbranche ist dies ein katastrophaler Zustand. So kann sie als systemrelevanter Pfeiler der Tourismuswirtschaft ihrer wichtigen Funktion für die Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen nicht gerecht werden. Insbesondere die Stadt- und Businesshotellerie, wo wir als Leonardo Hotels uns verstärkt bewegen, wird von der Bundesregierung aufs Abstellgleis gestellt. Ihr sollte klar sein, dass die Einschränkungen nicht nur an Reisetätigkeiten gelinkt sind, sondern auch an Messen, Events und Kongresse sowie an internationale Projekte und weltweites Business. Uns geht so langsam die Puste aus, aber wir kämpfen weiter ums Überleben für die Zukunft unserer Branche. Wir alle mussten und müssen umfassend investieren, um die sichersten Hygienekonzepte und Teststrategien unter schwierigsten Bedingungen und erheblichen Anstrengungen umzusetzen sowie hybrider denn je zu werden – ohne Ausblick auf eine fundierte Öffnungsstrategie und den von der Bundesregierung versprochenen Ausgleich, auf den wir bis heute warten. Nach wie vor werden sich Städte- und Business-Reisen aufgrund dieser Hin- und Her-Taktik und dem Aufruf zu mehr Homeoffice sowie verringerter Reisetätigkeit nicht erholen. Unsere Branche ist die am stärksten Leidtragende, die noch dafür sorgen muss, dem Fachkräftemangel noch durchgreifender als zuvor entgegenzuwirken, was wir absolut tun. Doch wenn es so weiter geht, verlieren wir noch mehr gutes Personal an andere Branchen, die von der Bundesregierung bevorzugt werden. Das darf nicht sein. Daher wünschen wir uns eine klare und verlässliche Strategie mit langfristigen Rahmenbedingungen und Planbarkeit, um international wettbewerbs- und investitionsfähig zu bleiben. Dazu gehört auch eine schnelle Auszahlung der versprochenen Wirtschaftshilfen.“

(Leonardo Hotels/NZ)

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