Impulse für Stadtentwicklung

Stadtbild-Debatte: DZG schlägt Gastwelt-Gipfel im Kanzleramt vor

Dr. Marcel Klinge
Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (Foto: © DZG)
Lebendige Städte brauchen starke Begegnungsorte: Mit dem Vorschlag für einen „Gastwelt-Gipfel“ im Kanzleramt fordert die DZG einen bundesweiten Schulterschluss – und rückt die Bedeutung der gesamten Gastwelt für vitale Innenstädte ins Zentrum der politischen Debatte.
Dienstag, 25.11.2025, 10:36 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

„Eine sachliche Stadtbilddebatte braucht den Blick auf Begegnungsorte und Stadtentwicklung“, betont DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. Die jüngste Debatte über das Stadtbild biete die Chance, die Perspektive zu erweitern – hin zu den zentralen Faktoren, die Städte lebendig und funktional halten: Aufenthaltsqualität, Nutzungsmischung, wirtschaftliche Perspektiven und verlässliche Begegnungsorte.

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) hat daher Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Schreiben die Einberufung eines „Gastwelt-Gipfels“ im Kanzleramt vorgeschlagen. „Die Diskussion über das Stadtbild ist wichtig, greift aber zu kurz, wenn man die Rolle der Begegnungsorte nicht mitdenkt“, sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Dort, wo Menschen arbeiten, einkehren und sich begegnen, entstehen Frequenz, Sicherheit und Lebensqualität. Diese Orte entscheiden darüber, wie Innenstädte wahrgenommen werden.“

Die Gastwelt – Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Freizeitwirtschaft – sei ein wesentlicher Stabilitätsfaktor für Stadtzentren. Sie sorge für Belebung, schaffe Aufenthaltsqualität und wirke strukturellem Leerstand entgegen.

Gastronomische Angebote wichtig für lebendige Städte

Eine aktuelle Studie des IFH Köln zeigt: 40 Prozent der Innenstadtbesucher kommen vor allem wegen gastronomischer Angebote. Wo diese Angebote fehlen, sinken Besucherströme und damit Attraktivität, Wahrnehmung und wirtschaftliche Perspektive der Zentren.

„Weniger Gastwelt bedeutet weniger Menschen im öffentlichen Raum und damit zwangsläufig weniger Lebendigkeit und letztlich auch weniger Sicherheit“, betont Klinge. „Wer über vitale Innenstädte spricht, muss über die Rahmenbedingungen für diese Orte sprechen.“

Vorschlag: Ein strukturierter Dialog im Kanzleramt

In ihrem Schreiben an den Kanzler regt die DZG an, im Kanzleramt einen strukturierten Dialog von Bund, Ländern, Kommunen und Fachakteuren zu starten. Ziel sei es, Stadtentwicklung, Sicherheit, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gemeinsam zu betrachten.

„Wir brauchen keine zugespitzte Debatte, sondern eine nüchterne Analyse und konkrete Ansätze für das, was Städte stark macht“, betont Klinge. „Die Gastwelt als Treffpunkt, Arbeitgeber und verlässlicher Bestandteil lebendiger Städte steht bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

(DZG/SAKL)

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