Bilanz

Solider Jahresauftakt am Hotelinvestmentmarkt Deutschland

Gebäude, die in die Höhe ragen
Der deutsche Hotelinvestmentmarkt startete solide ins Jahr 2025. (Foto: © hanohiki/stock.adobe.com)
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich der deutsche Hotelinvestmentmarkt stabil: Im ersten Quartal 2025 wurde deutlich mehr investiert als in den Vorjahren. 
Donnerstag, 10.04.2025, 11:10 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Im ersten Quartal 2025 flossen laut Colliers rund 285 Millionen Euro in Hotelimmobilien in Deutschland. Das Motel One im Upper West in Berlin wurde dabei nicht in das Hotelvolumen gerechnet, da das gesamte Objektvolumen wegen der prägenden Nutzungsart zum Bürosegment gezählt wurde. 

Damit wurde ein deutlich besseres Auftaktquartalsergebnis registriert als in den Jahren 2022 und 2023. Mit einem Anteil von 5 Prozent am gesamten gewerblichen Investitionsvolumen lag die Nutzungsart Hotel auf dem Niveau des Vorjahres. Mit rund 47 Prozent entfiel fast die Hälfte des Kapitals auf die A-Städte.

Volumen noch zurückhaltend, Aktivität nimmt zu

„Der Hotelinvestmentmarkt in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf“, sagt Sebastian Hoffmann, Associate Director Hotel bei Colliers. Die Gründe dafür seien unter anderem vielversprechende Hotel-Performance-Zahlen und erwartete Umsatzsteigerungen. Insbesondere Core-Objekte blieben gefragt. „Hier trifft ein begrenztes Angebot auf eine bereiter werdende Nachfrage, aber dennoch wird der Markt weiterhin von wenigen aktiven Investoren dominiert“, erläutert Hoffmann.

Die Preisfindung im Value-Add- und opportunistischen Segment gestalte sich hingegen schwieriger. „Transaktionen und Businesspläne werden unabhängig von der Investmentstrategie länger und ausführlicher geprüft, denn die konservativen LCR-Erwartungen von Investoren stehen einem Markt schnell wachsender Betreiber und teilweise sinkender EBITDA-Margen entgegen“, erklärt Hoffmann. Währenddessen stellten sich die großen Hotelbrands durch strategische Übernahmen für ambitionierte Expansionsvorhaben auf. „Man schaue sich beispielsweise die Übernahme von Ruby durch IHG und den Einstieg von PAI bei der Motel One Gruppe an, die ihre Chancen im Office-to-Hotel-Conversion-Bereich sehen“, betont Hoffmann.

Kleinere Volumen und Family Offices dominieren

Analog zum gesamten gewerblichen Investmentmarkt wurden im ersten Quartal mehrheitlich kleinere Tickets gehandelt. Es fand nur eine Hoteltransaktion in der Größenklasse über 50 Millionen Euro statt. Ein Dutzend Transaktionen bezifferten sich auf 10 Millionen Euro oder weniger.

Entsprechend belief sich die durchschnittliche Ticketgröße auf unter 15 Millionen Euro. Die aktivsten Käufergruppen waren private Investoren und Family Offices mit einem Marktanteil von 44 Prozent.

Dazu Michael R. Baumann, Head of Capital Markets Germany bei Colliers: „Nach wie vor nutzen eigenkapitalstarke Akteure die aktuelle Marktlage, um sich attraktive Immobilien zu sichern. Aber auch kapitalstarke Owner-Operator sind sehr aktiv und bauen ihr Immobilienportfolio aus. Vor diesem Hintergrund beobachten wir auch zunehmend mehr Plattformverkäufe, die aktuell vorbereitet oder auf dem Markt platziert werden.“

Optimistischer Jahresausblick

„Das derzeitige volatile makroökonomische Umfeld, das durch aktuelle wirtschaftspolitische Entscheidungen, vor allem in den USA, unter großer Unsicherheit leidet, erschwert einen allzu konkreten Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf am Hoteltransaktionsmarkt“, meint Baumann. Dennoch blieben die einer Hotelinvestition zugrundeliegenden fundamentalen Parameter wie Tourismusnachfrage und Hotelperformance positiv.

„Viele Transaktionen, darunter auch Einzeltransaktionen über 50 Millionen Euro und größere Portfolios, befinden sich derzeit im Markt oder in Vorbereitung. Entsprechend rechnen wir mit einer weiteren Belebung des Transaktionsgeschehens im weiteren Jahresverlauf“, so Baumann. 

(Colliers/SAKL)

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