Tourismuskonzepte

Sicherster Schlaf der Welt: Eine Nacht im Bunker-Hotel

Bunker schützten die Menschen in Europa vor Bomben und Granaten. Nach Ende des 2. Weltkrieges stehen die Kolosse aus Stahl und viel Beton leer. In der Schweiz und Deutschland gibt es bereits touristische Konzepte, um daraus Kapital zu schlagen.

Freitag, 13.01.2017, 09:55 Uhr, Autor: Felix Lauther
Mann mit Fahrrad vor Bunker Hotel

Tourbus, Iglu oder Baumhaus: Das Gastgewerbe lässt sich viele Übernachtungsmöglichkeiten einfallen, um neue Gästegruppen zu gewinnen. Der letzte Schrei ist eine Übernachtung im Bunker. Bei den vermeintlich konservativen Schweizern ist das möglich. Die haben zwar an keinem Weltkrieg teilgenommen, aber reichlich Beton und Stahl verbaut, um sich Fall der Fälle vor Aggressoren und deren Bomben zu schützen. Aufmerksame Touristen haben bei ihren Wandertouren zwischen Gotthard und Matterhorn sicher schon einmal das ein oder andere „Guckloch“ im Alpenmassiv entdeckt. Die Neutralität der Eidgenossen wurde jedoch nie durch eine kriegerische Streitmacht verletzt, so dass einige Bunker dem Berufsheer bis heute zu Übungszwecken dienen. Es gibt aber auch einen Bunker, in dem innovative Hoteliers ein komfortables Nachtlager eingerichtet haben.

Felsenhotel „La Claustra“
So kann man beispielsweise im Felsenhotel „La Claustra“ übernachten. Die noble 4-Sterne-Unterkunft liegt auf dem Gotthardpass und diente zu Zeiten des 2. Weltkrieges als militärische Festung namens „San Carlo“. Die Gäste können sich hier auf 4.000 Quadratmetern, 17 Zimmer mit insgesamt 30 Betten heimelig fühlen. Zudem bietet das Hotel ein Dampfbad mit Wassergrotte an. Seminarräume und ein Restaurant mit regionalen Spezialitäten zählen ebenfalls zu den guten Argumenten des „La Claustra“. „Wirklich ganz speziell“, schreibt ein Hotelgast auf dem Bewertungsportal Tripadvisor. „Man sollte keine Bunker-Angst haben“, berichtet ein anderer.

Ein authentisches Bunker-Gefühl bekommt man aber auch in Deutschland. Die DDR-Zeiten leben im Bunker-Hotel am Rennsteig auf. Hier wurde alles im originalen Bauzustand belassen. Das Gelände ist 3.600 Quadratmeter groß. Gäste übernachten in stilechten Stockbetten aus der Zeit der alten Volksarmee. Neben einer Bunkerführung, kann man dort auch eine Wachablösung im NVA-Stil erleben. Wer, wie im „La Claustra“ allerdings Platzangst hat, sollte lieber im Baumhaus übernachten. (ntv.de / FL)

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