Tourismus

Nordkorea baut Strandresorts für Touristen

Satellitenbilder zeigen: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un will sein Land offensichtlich für den internationalen Tourismus öffnen. Mehrere Strandresorts sind kurz vor der Fertigstellung.

Dienstag, 23.04.2019, 13:53 Uhr, Autor: Thomas Hack
Kim Jon Un

Satellitenbilder zeigen, wie an einem nordkoreanischen Strand eine gigantische Ferienanlage aus dem Boden gestampft wird. (© picture alliance/newscom/Netfalls/Fotolia)

Erholsamer Strandurlaub in Nordkorea statt Massenabfertigung in Mallorca? Dies könnte schon dieses Jahr Realität werden, wie unter anderem die Zeitung Blick berichtet. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren beobachtete Satellitenbilder zeigen, wie an einem nordkoreanischen Strand eine gigantische Ferienanlage aus dem Boden gestampft worden ist. Ersten Informationen zufolge sollen die Strandresorts noch dieses Jahr ihre Pforten für ausländische Besucher öffnen. Einen weiteren Hinweis dafür liefere der Zeitung zufolge die Neujahrsrede des Diktators, in welcher er das Gebiet um den Wonsan-Kalma-Flughafen als neue Touristenzone deklariert habe und diesem Projekt die höchste Priorität zugesprochen hatte. Den Satellitenaufnahmen zufolge ist die Konstruktion des Hotelkomplexes beinahe fertig, welcher laut optischen Analysen wohl aus über 100 Gebäuden besteht – inklusive Strandhütten, einem Fußballstadion, einem Kino und einem kompletten Jachthafen.

Doch potentielle Touristen sollten auf der Hut sein: Nordkorea ist anders! Kim Jong Un reagiert auf zu wenig Ehrerbietung (offene Kritik gleicht ohnehin Selbstmord) gewöhnlich eher dünnhäutig. Vor Statuen des Diktators und seiner Vorfahren müssen sich alle verneigen und Blumen ablegen – auch Touristen. Und Zeitungen dürfen nicht gefaltet werden wenn der Knick durch ein Foto des Diktators gehen würde. Da verschwinden prophylaktisch schon mal drei Generationen einer Familie im Gulag um einen Dissidenten zu bestrafen. Und auch für Mutproben oder andere feucht-fröhliche Eskapaden hat man dort wenig über. Ein US-Student wurde 2016 festgenommen, nachdem er versucht hatte, in einem Hotel ein Propagandabanner zu stehlen. Er wurde nach einem Schauprozess zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt und überlebte selbiges nur etwas länger als ein Jahr, wovon er den Großteil bereits im Wachkoma lag. Also nicht doch lieber Ballermann oder Antalya?(blick.ch/TH)

 

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