Bilanz

Motel One hofft auf Erholung des Marktes

Der Umsatz der Motel One Group fällt im ersten Quartal 2021 um 86 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Dennoch hat die Hotelgruppe aufgrund der steigenden Impfquote und sinkender Fallzahlen positive Erwartungen für Q3. 

Dienstag, 01.06.2021, 11:28 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Motel One KÖLN-WAIDMARKT FASSADE

Der Umsatz der Motel One Gruppe fiel im ersten Quartal um 86 Prozent geringer aus als 2020. (Foto: © Motel One Group)

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen schlagen weiterhin in der Bilanz der Motel One Group zu Buche. So verzeichnet die Budget Design Hotelgruppe auch im ersten Quartal des Jahres 2021 Verluste. Die Gesamtauslastung in den 75 Hotels lag bei 8,5 Prozent (2020: 50 Prozent). Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um 86 Prozent auf nunmehr 14 Millionen Euro. Grund dafür sind die pandemie-bedingten Einschränkungen, die im Vorjahr erst ab der zweiten Märzhälfte eintraten, im ersten Quartal 2021 jedoch in allen Monaten durchgängig gültig waren.

Bei vollen Mietzahlungen in Höhe von 26 Millionen Euro belief sich der negative EBITA auf 34 Millionen Euro, trotz strikten Kostenmanagements, Kurzarbeit und Gehaltsverzicht des Managements. Unter Berücksichtigung von Covid-Hilfen und dem Zinsergebnis lag der Verlust bei 44 Millionen Euro, während im Vorjahr noch ein kleiner Gewinn von 1 Million Euro erreicht wurde.

Starke Liquiditätspolster und Überbrückungshilfe

Dank konservativer Bilanzpolitik ist die Motel One Group im operativen Geschäft weiterhin solide aufgestellt. Die Liquiditätsreserven verringerten sich zwar auf 130 (Vj. 264) Millionen Euro, dennoch ist Motel One mit diesem Cash Bestand für weitere Unwägbarkeiten der Pandemie gerüstet.

Die Investitionen in laufende Development Objekte wurden mit abgerufenen Immobilienfinanzierungen in Höhe von 13 Millionen Euro gedeckt. Durch die Anpassungen der Förderrichtlinien für Corona-Hilfen war die Motel One Group Mitte März erstmalig auch in Deutschland antragsberechtigt. Das Eigenkapital reduzierte sich coronabedingt auf 420 (Vorjahr: 546) Millionen Euro, die Eigenkapitalquote sank von 80 Prozent auf nunmehr 60 Prozent. Trotz dieser Rückgänge ist die Motel One Group sowohl bei Liquidität als auch beim Equity weiterhin gut aufgestellt.

Prognosen für das weitere Jahr

Aktuell machen die steigende Impfquote, sinkende Fallzahlen und die schrittweise Lockerung mit der Wiedereröffnung von Außengastronomie und Hotellerie der Branche Hoffnung auf einen Weg aus der Krise. Eine nachhaltige Verbesserung, die sich auch in der Ertragslage widerspiegelt, ist nach Einschätzung der Motel One Gruppe jedoch frühestens im dritten Quartal 2021 zu erwarten, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist. Motel One rechnet mit einer Erholung der Nach[1]frage in der Touristik auf Vor-Corona-Niveau erst 2022 und verstärkt ab 2023.

(Motel One/NZ)

 

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