Großprojekt

Macau: Ein Schweizer verwirklicht Karl Lagerfelds Hotel-Traum

Der Schweizer Jonas Schürmann ist ein alter Hase in der Hotellerie. Für die Luxushotelkette Mandarin Oriental hat er sich bereits seine Meriten verdient. Nun ist er von dem weltberühmten Modeschöpfer Karl Lagerfeld mit einer großen Aufgabe betreut worden.

Montag, 16.01.2017, 10:58 Uhr, Autor: Felix Lauther
Karl Lagerfeld

© picture alliance / AP Photo

Der gebürtige Solothurner Jonas Schürmann (53) arbeitet für die noble Hotelkette Mandarin Oriental in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau. Er ist zudem als Managing Director Hospitality Services für die Hotel- und Gastrosparte der Sociedade de Jogos de Macau (SJM) tätig. Einem Hotel- und Casinobetreiber in der Millionenmetropole, 50 Kilometer westlich von Hongkong.

Grand Lisboa Palace
Schürmann hat zur Zeit besonders ein Projekt im Blick, wie er der Luzerner Zeitung verrät: das Grand Lisboa Palace. Ein spannendes Großprojekt – auch für den erfahrenen Hotelier. Geplant sind drei Hotels mit 2.000 Zimmern, 30 Restaurants, ein großes Casino, 3 Fitnesscenter, 3 Spas, 3 Outdoor- und 3 Indoor-Schwimmanlagen, ein Hochzeitspavillon, ein multifunktionales Theater sowie mehrere Einkaufsläden. Für das Bauprojekt sind 4 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Ende 2017 soll der Grand Lisboa Palace eröffnen. „Hier kann man schöne Sachen machen“, sagt Schürmann der Luzerner Zeitung.

Jonas Schürmann
© FOG (Screenshot YouTube)

Prunkstück des neuen Komplexes soll das „Karl-Lagerfeld-Hotel“ werden. Der deutsche Modeschöpfer mit Weltruhm habe das Haus selbst konzipiert. Wie die Luzerner Zeitung schreibt, soll Schürmann der entscheidende Faktor gewesen sein, um die Zusammenarbeit zwischen der SJM und Karl Lagerfeld zu realisieren. Der Schweizer bestätigt das nicht. Lagerfeld sei schon vor seiner Übernahme der Projektleitung mit im Boot gesessen.

Wie sieht das Karl-Lagerfeld-Hotel aus?
Schürmann hält sich bei Fragen zur Gestaltung des Karl-Lagerfeld-Hotels bedeckt: „Es wird sehr residential. Er arbeitet mit vielen hellen Farben und schwarzen Zwischentönen. Es ist wunderschön, was er gemacht hat.“ Mehr verrät er der Zeitung aus seiner schweizer Heimat nicht. Über die Zusammenarbeit mit dem deutschen Modeschöpfer gibt es kein Statement von Schürmann. Nach Recherchen der Luzerner Zeitung habe er den Modeschöpfer bislang zweimal getroffen. Die Meetings mit dem Weltstar der Haute Couture sollen sehr eigen gewesen sein. So malte Lagerfeld während des Gesprächs immer wieder Skizzen, von denen er einen Großteil wieder zerknüllt und auf den Boden geworfen haben soll. Lagerfelds Team sei dabei stets bedacht gewesen, die Zettel mit den Skizzen des Meisters aufzusammeln, damit keiner diese für teures Geld verkaufen könne.

Schürmann wendet sich derweil einem weiteren Projekt zu, das weit weg ist vom Dunstkreis der Weltstars und ihren Marotten. Gemeinsam mit dem Küchengerätehersteller Miele will er in einem seiner Häuser eine Kochschule mit Kursen für 6-12 Personen anbieten. Hier wird dann mehr gekleckert, als geklotzt. (Luzerner Zeitung / FL)

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