Geschäftsmodell

Luxus-Hotels: Buchen und Zahlen pro Minute

Viele würden gern einmal das Leben der Reichen und Schönen genießen. Vor allem auf Reisen bestaunt man häufig potentielle Hotels, die den eigenen Geldbeutel stark überfordern. Vielleicht wird derartiger Luxus jedoch bald für jeden erlebbar.

Montag, 16.01.2017, 10:58 Uhr, Autor: Markus Jergler
Frau übergibt anderer Frau Zimmerschlüssel

Mit Recharge können Gäste Luxushotels für Minuten buchen. (Foto: © .shock / fotolia)

Eine Nacht in einem Fünf-Sterne-Haus kostet in den meisten Fällen mehrere Hundert Euro. Doch eine Nacht ist üblicherweise der Mindestzeitraum, der gebucht werden muss – jedoch vielleicht bald nicht mehr. Ein New Yorker Startup macht es möglich. Mit „Recharge“ können Gäste jeden beliebigen Zeitraum buchen. Bezahlt wird pro Minute.

Laut dem Gründer Manny Bamfo sind die bisherigen Regeln, nämlich, dass das Hotel bestimmt für welchen Zeitraum ein Zimmer buchbar ist und wann Check-In und Check-Out durchzuführen sind, genau die falsche Herangehensweise, es müsste umgekehrt sein. „Der Kunde sollte bestimmen können, wann er das Hotel nutzt“, so Bamfo auf der Digitalkonferenz DLD 2017 in München.

Konzept auf Erfolgskurs
Wenn man bedenkt, dass sogenannte Stundenhotels nicht gerade einen guten Ruf besitzen, fragt man sich, ob ein Angebot wie Recharge für hochwertige Luxus-Hotels geeignet ist. Für Manny Bamfo gibt es jedoch viele Gründe, warum das Model sowohl für die Gäste also auch für die Hotels einen Gewinn darstellt. Hat man beispielsweise zwischen zwei Flügen mehrere Stunden Aufenthalt, kann man die Zeit zum Entspannen nutzen – und zwar in luxuriöser Umgebung. In einem Fünf-Sterne-Haus kostet eine Stunde circa 40 Euro, das ist nicht gerade billig.

„Die Menschen kaufen sich damit ein Stück Freiheit“, sagte Bamfo beim DLD. „Sie bekommen dort etwas, was sie sonst nur in ihrem Zuhause haben: Privatssphäre. Sie können dort tun, was sie wollen. Auf dem Bett rumhüpfen, weinen, ein schlechtes Arbeitszeugnis durchlesen.“ Egal ob stillende Mutter, gestresster Elternteil oder ein Berufstätiger, der sich auf ein wichtiges Meeting vorbereitet. Es gibt viele Gründe, warum ein großes und hochwertiges Zimmer helfen kann. Man kann dort Ruhe finden, Kraft schöpfen oder sich konzentriert auf etwas vorbereiten.

Auch für die Hotels selbst ist ein derartiges Geschäft profitabel. Mit der Methode von Recharge können leerstehende Zimmer viel besser und effektiver ausgelastet werden. „Nehmen wir an, ein Hotel hat eine Auslastung von 100 Prozent. Selbst dann stehen viele Zimmer 12 Stunden am Tag leer. Wenn man genau hinsieht, ist das Hotel also zu 48 Prozent nicht ausgelastet“, so Bamfo.

Zwar ist Recharge noch nicht einmal zwölf Monate alt, dennoch konnte Bamfo bereits Investitionen in Millionenhöhe sichern. Bislang ist die App nur in New York und San Francisco verfügbar, doch Bamfo hofft, dass Europa bald dazu kommt. (Business Insider / MJ)

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