Bauweise

Krallerhof macht Nachhaltigkeit auch im Spa möglich

Der organisch designte Spa „Atmosphere by Krallerhof“, der 5.500 m2 große Natur-Badesee und der 50 Meter lange Infinity-Pool fügen sich harmonisch in die Landschaft ein.
Der organisch designte Spa „Atmosphere by Krallerhof“, der 5.500 m2 große Natur-Badesee und der 50 Meter lange Infinity-Pool fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. (Foto: © Krallerhof)
Nachhaltigkeit im Tourismus kann funktionieren. Das zeigt das Fünf-Sterne-Hotel Krallerhof der Familie Altenberger in Leogang, Österreich. Mit dem neu eröffneten Spa „Atmosphere by Krallerhof“ bietet das Hotel seinen Gästen ab sofort ganzjährig ein neues Wellness-Angebot – ohne dabei die Umwelt aus den Augen zu lassen. 
Donnerstag, 24.08.2023, 11:56 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nachhaltigkeit steht in der Bauweise des neu eröffneten Spas „Atmosphere“ an erster Stelle. So wurde das Projekt besonders umwelt- und ressourcenschonend umgesetzt. Gestaltet wurde es vom internationalen Star-Architekten Hadi Teherani. Der schonende Einsatz von Umweltressourcen, die Erhaltung des biodiversen Lebensraumes und viele andere ökologische Aspekte spielten dabei eine wichtige Rolle. 

Das komplette Dach des neuen Gebäudes ist begrünt. Der angelegte Natur-Badesee wurde einmalig aus der hauseigenen Quelle befüllt – der See und sein Wasserstand regulieren sich künftig durch den natürlichen Zyklus von Verdunstung und Niederschlag selbst. Der neu geschaffene Pflanzengürtel im See unterstützt die Biodiversität der Flora und Fauna.

Grüne Energie

Bereits vor einigen Jahren wurden vier Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 140 Kilowatt Peak errichtet. Weitere 80 Kilowatt Peak sind geplant. Damit wird während der sonnigen Sommermonate nahezu die Hälfte des gesamten Strombedarfs gedeckt.

Die eingebaute Kühldecke (1.100 m²) liefert acht Monate im Jahr Wärmeenergie, die zum Heizen des Außenpools genutzt wird. Neben Energie aus Luftwärmepumpen wird auch die Abwärme der Kälteproduktion im Hotel zum Beheizen der Pools verwendet.

Reicht die dadurch gewonnene Energie zum Heizen der Wasserflächen nicht aus, verwertet der Krallerhof Holzbriketts aus dem nur 200 Meter entfernten Holzbaubetrieb. Diese werden aus Säge- und Hobelspänen hergestellt, die in der Produktion der Holzveredelung als Abfall anfallen und dann direkt in die Biomasse-Anlage des Krallerhofs gebracht.

Mit speziellen Elektronenfiltern wird zusätzlich der Feinstaub fast vollständig aus der Luft gefiltert (ca. 98,9 Prozent). Bislang schon speiste die Anlage die gesamte Hotelanlage sowie Mitarbeiter-Wohnhäuser. Derzeit wird die Biomasse-Heizanlage erneuert und mit einem Heizkessel der neuesten Generation ausgestattet, der den Wirkungsgrad um 7 Prozent verbessert. 

Fokus auf Regionalität und lokale Ressourcen

Beim Bau von Atmosphere wurde besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und die Verwendung lokaler Materialien gelegt. Nahezu alle Baustoffe stammen aus der Region. Neunzig Prozent aller Handwerker und Professionisten kommen aus einem Umkreis von weniger als 50 Kilometer.

„Es erfüllt uns mit besonderem Stolz, fast ausschließlich mit Unternehmen, Ressourcen und Materialien aus der Region an diesem Großprojekt gearbeitet zu haben", sagt Gerhard Altenberger, Hausherr und Geschäftsführer des Krallerhofs.

Er ergänzt: „Dadurch ist es uns gelungen, nicht nur einen architektonischen Meilenstein geschaffen, sondern auch einen wirtschaftlichen Impuls für den Salzburger Raum gegeben zu haben.“ 

Die aus 6.500 Einzelteilen angefertigte Lamellendecke, die sich über das gesamte Gebäude erstreckt, wurde aus österreichischem Lindenholz angefertigt. Bei den Mineralien fiel die Wahl auf Salzburger Alpenmarmor. Das gesamte Glas für Atmosphere wurde in Salzburg produziert.

Der Leitgedanke „maximal regional“ wurde nicht nur beim Bau von Atmosphere berücksichtigt, sondern bildet auch die Grundlage für die Kleidungs- und Geschirrkollektion in Atmosphere sowie für die Küche im Krallerhof.

Erstes chemiefreies Hotel Österreichs

Doch damit nicht genug: Der Krallerhof setzt sich zum Ziel, das erste komplett chemiefreie Fünf-Sterne-Hotel der Welt zu sein. Im Jahr 2022 wurde deshalb beschlossen, bei der gesamten Innenreinigung der Gebäude gänzlich auf den Einsatz von chemischen Putzmitteln zu verzichten. Stattdessen werden die Räume mit speziellen Dampfgeräten gereinigt, die bei einer Temperatur von 180 Grad Celsius und einem Druck von acht Bar eine vollständige Keimfreiheit gewährleisten.

Um eine angenehme Frische und Kalkreinigung in den Nassbereichen zu gewährleisten, werden natürliche Essigessenzen und ätherische Öle verwendet. In der Waschküche werden ausschließlich biologisch abbaubare Waschmittel verwendet. Mittels hochtechnologischen Waschverfahren kommt kein Chlor zum Einsatz und des Weiteren werden Wasser und Energie eingespart. 

Nachhaltigkeit als unternehmerische Verantwortung

„Unsere Gäste kommen zum Krallerhof und möchten sich bei uns wohlfühlen – auch was den CO2-Abdruck ihres Aufenthaltes und unseres Angebotes angeht. Das startet bereits bei der bequemen Anreise, die mit dem Zug möglich und obendrein CO2-schonend ist. Reisende und Feriengäste werden immer kritischer und hinterfragen den Umgang mit Ressourcen im Urlaubsangebot", sagt Philipp Altenberger, stellvertretender Geschäftsführer, der mit seiner Familie im Unternehmen 2022 ein Green Team gegründet hat, damit Mitarbeiter aus allen Abteilungen Ideen zur ökologischen Verbesserung ihres Tätigkeitsbereiches einbringen können, um weiter nachhaltiger zu werden.

Er ergänzt: "Als führender Tourismusbetrieb aber auch als wichtiger Arbeitgeber in der Region, sehen wir es als unsere unternehmerische Verantwortung, unsere Innovationskraft auch in Hinblick auf Nachhaltigkeit einzusetzen.“

(Hotel Krallerhof/SAKL)

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