Integrationsprojekt

Innovatives Inklusionshotel in Augsburg eröffnet

Die Lobby vom Hotel einsmehr
Das neue Augsburger Hotel „einsmehr“ verbindet Nachhaltigkeitskonzepte mit der Integration geistig beeinträchtigter Menschen. (© Thomas Hack)
Das neue Augsburger Hotel „einsmehr“ zeichnet sich nicht nur durch ein nachhaltiges Gesamtkonzept aus, sondern auch durch ganz besondere Mitarbeiter: Die Hälfte der Beschäftigten hat eine geistige Beeinträchtigung.
Donnerstag, 05.11.2020, 12:03 Uhr, Autor: Thomas Hack

Nachhaltige Materialien, frische Bio-Produkte aus der Region, Mitarbeiter mit Down-Syndrom: Im bayerischen Augsburg hat dieser Tage mit dem Hotel „einsmehr“ – betrieben vom gleichnamigen Hilfsverein für Down-Syndrom-Betroffene – ein ganz besonderes Gästehaus seine Pforten eröffnet. Allein schon äußerlich sticht das hochmoderne Gebäude im Stadtteil Kriegshaber ins Auge: Eine ansprechende Holzbauweise dominiert die Fassaden, während im Innenbereich ein trendiges Interieur mit zahlreichen Kunstwerken und leuchtenden Farben für eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre sorgt. Der Schwerpunkt des Gesamtkonzepts liegt dabei auf der Nachhaltigkeit – von Upcycling-Produkten in den Gästezimmern über regional produzierte Lebensmittel bis hin zur eigenen Solaranlage.

Die Hälfte der Belegschaft hat geistige Beeinträchtigungen

Doch Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind nicht die einzigen Faktoren, die das Hotel „einsmehr“ zu etwas ganz Besonderem machen: Die Hälfte der 24 Beschäftigten hat eine geistige Beeinträchtigung und arbeitet dennoch professionell mit der restlichen Belegschaft zusammen. Dass dies problemlos möglich ist, ist unter anderem der Unterstützung anderer Hotels im Vorfeld zu verdanken, die die geistig beeinträchtigten Menschen mittels Qualifizierungsprogrammen ausgebildet haben – welche nun vom „einsmehr“ weitergeführt werden.

Großzügige Zuschüsse von Stadt-, Bezirks- und Landesregierung

Die „einsmehr“-Vereinsvorsitzende Karin Lange lässt dazu verlauten: „Für uns geht heute ein Traum in Erfüllung, für den wir sieben Jahre gearbeitet haben: Endlich haben Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung eine Möglichkeit, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu beweisen und ihre Fähigkeiten gleichberechtigt einzubringen.“ Die Vorkosten für dieses Projekt hätten 1,5 Millionen Euro betragen, doch wäre die einsmehr GmbH unter anderem mit enormen Spendensummen seitens der Stadt Augsburg, dem Regierungsbezirk Schwaben sowie dem Freistaat Bayern unterstützt worden.

73 barrierefreie Zimmer

Das Hotel „einsmehr“ bietet  73 Zimmer, die allesamt barrierefrei sind, acht davon auch rollstuhlgerecht. Zwölf Zimmer sind zudem mit einer Küche ausgestattet, die neben dem Frühstücksangebot des Hotels zusätzlich von den Gästen genutzt werden kann. Als visuelles Hauptgestaltungselement fallen dabei im gesamten Gästehaus immer wieder bunte Pixel ins Auge. Diese sollen symbolisieren, dass auch viele unterschiedliche Dinge am Ende ein stimmiges Bild ergeben können.

Der Verein „einsmehr“ engangiert sich für Menschen mit Down-Syndrom und ist davon überzeugt, „dass man für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung Möglichkeiten abseits der Arbeit in Werkstätten bieten muss.“ Weitere Infos zum Verein unter www.einsmehr.org

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