Analyse

Immer mehr Nachhaltigkeitszertifikate bei Hotelimmobilien

Yannick Herzberg, Senior Consultant beim Immobiliendienstleister Christie & Co in Wien
„Der Nachhaltigkeitsgedanke hat sich in den letzten Jahren auch im Immobilienbereich stark entwickelt“: Yannick Herzberg, Senior Consultant beim Immobiliendienstleister Christie & Co. (Fotos: © Alexander Spurny/Christie & Co; iStockphoto)
Nachhaltiges Bauen boom – auch am Hotelimmobilienmarkt. Ein entsprechendes Zertifikat kann einen deutlichen Mehrwert für Hoteleigentümer und -betreiber bedeuten, erklärt Yannick Herzberg, Senior Consultant bei Christie & Co.
Freitag, 05.02.2021, 10:04 Uhr, Autor: Kristina Presser

Für Hotelimmobilien in Österreich werden immer mehr Nachhaltigkeitszertifikate angefragt, nachhaltiges Bauen boomt. Das teilte nun der Hotelimmobiliendienstleister Christie & Co in Wien mit. Yannick Herzberg, Senior Consultant bei Christie & Co hat im Zuge seiner Masterarbeit an der MODUL University eine Vielzahl von Hotelprojekten in Wien beleuchtet und einige der aktivsten Hotelentwickler und -eigentümer der Branche interviewt. Zusammenfassend sagt er: „Der Nachhaltigkeitsgedanke im Bereich der Hotelimmobilien hat sich in den letzten Jahren über den operativen Bereich auch im Immobilienbereich stark entwickelt, wodurch die Nachfrage für Nachhaltigkeitszertifizierungen weiter angestiegen ist.“

Ein Nachhaltigkeitszertifikat für eine Hotelimmobilie wird üblicherweise schon in der Entwicklungsphase der Immobilie erstellt. Dabei werden bis zu 40 Kriterien bewertet und belegt wie nachhaltig die Immobilie konzeptioniert und gebaut wurde. Das Zertifikat wird von unterschiedlichen, unabhängigen Organisationen ausgestellt, wie beispielsweise ÖGNB, DGNB oder LEEDs.

Nachhaltigkeit für eine Hotelimmobilie

Nachhaltigkeit hat bei der Assetklasse „Hotel“ eine besonders hohe Bedeutung und fängt schon im Projektstadium an, da der Ressourcenverbrauch in einer Hotelimmobilie verhältnismäßig hoch ist und dies einen entscheidenden Einfluss auf den Betreib darstellt. Daher ist die Planung für die gesamte Nutzungsdauer der Immobilie von großer Bedeutung. So beeinflusst die Qualität der Immobilie von Beginn an sehr stark den Betrieb und die nachhaltige profitable Bewirtschaftung. Unter anderem sorgen bessere Materialien, beispielsweise durch eine bessere Dämmung, dafür, dass der Energiebedarf reduziert wird und auf nachhaltige Ressourcen gesetzt werden kann.

Welchen Mehrwert hat ein Nachhaltigkeitszertifikat für die Hotelimmobilie?

Einhergehend mit einer wachsenden Zahl an Hotelprojekten stieg auch die Anzahl von Nachhaltigkeitszertifizierungen für Hotels. Grund genug, den Nutzen dieser Zertifikate zu hinterfragen, der sich für Entwickler, Eigentümer und Betreiber ergibt.

Speziell für Entwickler und Eigentümer bietet das Zertifikat einen großen Mehrwert in Sachen Qualitätskontrolle und führt in der Regel zu einer Immobilie, die mittel- und langfristig weniger Investitionen erfordert, da Schwachstellen von Beginn an beseitigt werden. Außerdem regt die Zertifizierung, die parallel zu allen anderen Planungen des Projekts durchgeführt werden sollte, zum Umdenken an. Moderne Technologien, hochwertigere Materialien und effizientere Anlagen werden bei der Projektentwicklung in Betracht gezogen. Auch im Betrieb bietet eine Nachhaltigkeitszertifizierung Vorteile für den Betreiber, da die modernen Anlagen zu niedrigeren Betriebskosten führen können. „Grundsätzlich konnte festgestellt werden, dass ausschließlich durch eine Zertifizierung keine höheren Pachten oder Kaufpreise erzielt werden, jedoch aber eine Reduktion der Kosten für Energie und andere Ressourcen“, sagt Herzberg. Da sich diese Kostenreduktion auch bis zum Betreiber durchschlägt kann eine nachhaltige Immobilie dazu führen, dass auch der Betreiber gestärkt wird.
(Christie & Co/KP)

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