Umfrage

Hotels erwarten ein Sommerhoch

Eine Umfrage von QR Quality Reservations bei ausgewählten Partnerhotels zeigt ein positives Stimmungsbild. Zweistellig legen die Direktbuchungen im Leisure Segment im Vergleich zum Vorjahr zu.

Mittwoch, 23.06.2021, 13:00 Uhr, Autor: Martina Kalus
Rheinhotel Dreesen

Im Leisure-Bereich erwarten die Hotels eine starke Saison. Aber auch das Geschäftsreisesegment zeigt einen Aufwärtstrend. (Foto: © Rheinhotel Dreesen)

Die Sommersaison wird heiß, so der Tenor der stichprobenartigen Umfrage des Online-Vertriebsspezialisten QR Quality Reservations bei seinen Partnerhotels. Befragt wurden die Verantwortlichen für den Online-Vertrieb von mittelständischen Hotelgruppen in Deutschland und Österreich sowie Business- und Urlaubshotels. Übereinstimmend wird ein Boom in den Urlaubsdestinationen erwartet. Die mit der Sabre Booking Engine ausgestatteten QR-Partnerhotels registrieren im Freizeitsegment heute bereits zweistellige Zuwachsraten bei den Direktbuchungen. Der Geschäftsreiseverkehr wird ab Herbst Fahrt aufnehmen, so verzeichnen QR Partnerhotels Steigerungen im einstelligen Bereich ab September. Zurückhaltung herrscht noch im Städtetourismus, der stark von der Rückkehr internationaler Gäste beeinflusst wird. MICE wird voraussichtlich erst in 2022 richtig wiederkommen, wenn auch mit veränderten, teils hybriden Modellen.

Hotelstimmen zum Restart und Digitalisierungsstrategie

Atlantic Hotels:

Als sehr gut schätzt Ulrich Ponty, Direktor Verkauf und Marketing, Atlantic Hotels Management, die Chancen der Destinationen ein, an denen die Gruppe vertreten ist, und plant die weitere Expansion von Nord nach Süd: „Die Marke Atlantic wird von einer regionalen zu einer starken überregionalen Marke stetig weiterentwickelt. Unsere Strategie, in B- und C-Destinationen und dort in besten Lagen, neue Hotels zu eröffnen, spielt uns hierbei besonders in die Karten – aktuell neue Projekte gibt es in Bremen, Kiel, Münster, Heidelberg, Erfurt und am Tegernsee. Der Inlandstourismus-Boom wird sich wieder positiv auf unsere Bestands-Hotels auswirken, besonders auf die an Küste und Strand gelegenen Häuser, wie auf Sylt, in Bremerhaven, in Wilhelmshaven oder auch in Lübeck-Travemünde. Eine Chance, die wir nicht ungenutzt lassen wollen, um unsere Gäste durch gute Angebote und Leistungen zur Wiederkehr zu bewegen, gerade auch im Segment der Kurzurlaube als Ergänzung zum sogenannten „Jahresurlaub“ – Nachhaltigkeit und Sicherheit inklusive!“

First Inn Zwickau:

Anett Strobel, Managing Director First Inn Zwickau: „Als Business- Hotel konnten wir auch während des Lockdowns Firmengäste betreuen, natürlich unter ungewöhnlichen und sowohl für Gäste als auch für Mitarbeiter schwierigen Bedingungen. Den begonnenen Digitalisierungsprozess haben wir weiter forciert. Es wurde in eine PMS Cloud Lösung investiert sowie eine digitale Dienstplanerstellung umgesetzt. Wir freuen uns sehr darauf, in Zukunft nicht nur Gäste mit beruflichen Motiven, sondern vermehrt auch Gäste mit touristischem Ziel bei uns begrüßen zu dürfen. Die Region Westsachsen und speziell Zwickau haben einiges zu bieten. Wir sind optimistisch und stehen als herzliche Gastgeber bereit!“

Rheinhotel Dreesen:

Thomas Döbber-Rüther, Geschäftsführer im Rheinhotel Dreesen setzt auf die Attraktivität der Rheinregion: „Hier bei uns am Rhein in Bonn-Bad Godesberg kommt uns jetzt unser großer Anteil an Freizeitaktivitäten für unsere Gäste zu Gute! Diese werden wir entsprechend stetig entwickeln und sehen hier große Chancen für die Zukunft. Wir haben unsere Zimmerkategorien vereinfacht und einige neue Leisure-Pakete entwickelt, die wir aktiv vermarkten. Die vergangenen Monate haben wir genutzt und sehr viel in die Digitalisierung unseres Betriebes investiert – zum Vorteil für uns und unsere Gäste. Neben der Vereinfachung im Umgang mit dem Gäste WLAN, ist es jetzt in allen Bereichen der Außengastronomie möglich digital zu bestellen und zu bezahlen.“

Attimo Hotel Stuttgart:

Noch zurückhaltend bewertet Alessandro Cicconi, Geschäftsführer attimo Hotel Stuttgart, die Zukunftschancen: „Die Erwartungen sind sehr verhalten, da wir nicht mit einem Ansturm rechnen können und die Maßnahmen für touristische Gäste mehr oder weniger zum jetzigen Stand unverhältnismäßig sind. Die touristischen Gäste müssen drei Voraussetzungen erfüllen: zweimal geimpft, genesen mit Nachweis oder Nachweis eines Antigen Schnelltests nicht älter als drei Tage. Diese Maßnahmen müssen die Rezeptionsmitarbeiter prüfen. Ob die vorgelegten Dokumente der Richtigkeit entsprechen, ist natürlich sehr fragwürdig, zumal die Geschäftsreisenden keinen dieser Nachweise erbringen müssen. Hier stellt sich natürlich für uns als Hotelunternehmen die Frage der Kostendeckung.“ Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat das attimo Hotel Stuttgart sich seit Dezember 2020 stärker digital aufgestellt. „Durch die Datenerweiterung (High Speed WLAN) können unsere Gäste Netflix, Amazon Prime und andere Streamingdienste ohne Unterbrechungen sehen. Unsere Hard- und Software wurde auf den neuesten Stand gebracht. Dies war die Voraussetzung für die Digitalisierung der Hotelschließanlage und für die Anbindung des Channel Managers an das Property Management System inklusive Schnittstelle zur Hotelschließanlage. Kurzfristig wird die Umstellung auf den digitalen Meldeschein, Check-In & Check-Out Prozesse, digitale Gästemappe und die Bezahlung bzw. Rechnungsstellung per Mobiltelefon erfolgen. Die Ratenstruktur und Zimmerpreise werden dank QR fortlaufend angepasst und bieten größere Flexibilität.“

Ipp Hotels Österreich:

Ein Blick auf das Nachbarland Österreich zeigt Parallelen zu Deutschland. Für die private österreichische Hotelgruppe Ipp Hotelssieht Regionaldirektor Markus Hann einen positiven Trend bei den Hotels in Urlaubsregionen und eine nach wie vor schwierige Situation für die Stadthotels mit internationaler Ausrichtung durch ausbleibende Business- und Leisuregäste. Eine positive Ausnahme bildet zumindest an den Wochenenden Salzburg. Die Businesshotels in den ländlichen bzw. Stadtrandlagen verzeichnen bereits erste Vorbuchungen und Seminare. „Der Corporate Bereich wird vermutlich erst im Herbst 2021 bzw. Frühling 2022 in den Städten beginnen. Wichtig wäre für den Leisure-Bereich, dass es in naher Zukunft gute Regelungen für Events-Kultur-Theater-Musical gibt und dass Adventveranstaltungen stattfinden“, erläutert Markus Hann. Bei der Digitalisierung hat die Gruppe weiter zugelegt: So wurde ein neues CRM-Tool eingeführt mit einer Schnittstelle zum Property Management System für direktes digitales Marketing inklusive neuem Newsletter- und Gästebewertungssystem. Ferner wurden  Social-Media Regie-Pläne überarbeitet, der Smart-Check-In mit digitalem Gästeblatt sowie digitale Hausführungen etabliert. Im Angebotsbereich setzen die IPP Hotels auf Mehrwert durch Zusatzleistungen, bieten kürzere Stornofristen an und integrierten werblich ihre Sicherheits- und Hygiene-Konzepte.

(Quality Reservations /MK)

 

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