Interview

Hotel-Marketing am besten hybrid

Wie können Hoteliers Kunden am besten erreichen – online per Internet und Social Media? Oder doch noch mit Print? Laut Reinhard Peter, Geschäftsführer von Repecon und Projektleiter der Top 250 Germany, ist die Lösung hybrid. Allerdings ist es wichtig zu wissen, wann welches Mittel greift.

Mittwoch, 06.07.2022, 16:04 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Reinhard Peter, Geschäftsführer von Repecon (Foto: © repecon)

Reinhard Peter, Geschäftsführer von Repecon (Foto: © repecon)

Herr Peter, braucht es in Zeiten von Facebook, Twitter, Instagram und Co. überhaupt noch klassische Marketing-Tools aus Papier?

Wer sich nicht allein darauf verlassen will, im Internet gefunden zu werden, muss an anderen Stellen proaktiv sichtbar werden. Hier helfen unverändert analoge Marketingmaßnahmen, beispielsweise im Printbereich oder bei Veranstaltungsauftritten. Die Zeiten von wahllos verbreiteten Flyern sind sicherlich vorbei. Doch wenn ich weiß, wo meine Zielgruppe sich bewegt und wann sie vielleicht auch mal Zeit hat, sich mit meinem Angebot zu beschäftigen, ist ein Push-Kontakt per Print sehr erfolgsversprechend.

Welche Rolle spielt die Webseite bei der Gästegewinnung? Ist sie im Vergleich zu Social Media nicht bereits überholt?

Gar nicht! Grundsätzlich ist sie noch immer die Eintrittstür zum Hotel und in den meisten Fällen auch der Beginn der Kommunikation. Sie muss aber das Bedürfnis, die Erwartung und die Zielgruppe, die man über Social-Media-Kanäle schon erreicht hat, auch wirklich bedienen. Hier stellt man oft einen Bruch fest, gerade auch beim Recruiting: Flotte Social-Media-Posts landen auf unbrauchbaren, unattraktiven Bewerberseiten – wenn überhaupt. Bei der Gäste- oder Tagungskundenwerbung ist es nicht anders.

Nicht nur die Marketing-Kanäle sind heute hybrid, auch das Kaufverhalten von Kunden und Gästen hat sich verändert. Werden Zielgruppen immer unberechenbarer?

Das sind sie in den vergangenen Jahren sicherlich geworden. Viele bedienen nicht mehr all die alten Klischees und Schubladen, in die man sie vor 30 Jahren leicht stecken konnte. Vielleicht sollte man besser „Interessensgruppe“ statt „Zielgruppe“ verwenden und fragen: Was treibt jemanden an? Und wie kann man ihn durch sein Verhalten identifizieren? Social-Media ist dazu ein sehr brauchbarer Kanal, um genau jene „Interessierten“ zu adressieren. So gesehen ist es heute nicht schwieriger neue Kunden zu erreichen, es ist fast leichter – aber eben anders.

Gerade in der Tagungshotellerie kommt noch eine weitere Kundengruppe hinzu: Mitarbeiter der Personalabteilung. Wie erreicht man die am besten?

Das ist schon ein bisschen die Königsdisziplin. Wir selbst nutzen beispielsweise seit mehr als zehn Jahren das Messemarketing und gehen pro Jahr auf drei bis vier große Personalmessen. Dort kommt zwar kein Personaler hin, um sich über Tagungshotels zu informieren, aber ganz viele „outen sich“ am Stand, dass sie dafür zuständig sind. Das ist dann der perfekte Moment, ihnen das haptische Printprodukt, beispielsweise in Buchform in die Hand zu drücken. Auf diese Weise generieren wir in normalen Messezeiten jedes Jahr eine vierstellige Zahl an neuen Entscheidern, an die kein anderer herankommt. Über die persönliche Ansprache und mit dem Buch im „Messegepäck“ gelangt dann auch die richtige Person auf die entsprechende Webseite des Hotels. Ein Flyer hingegen würde nach der Messe schnell entsorgt werden oder zumindest in Vergessenheit geraten.

(Repecon/max.pr/SAKL)

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