Hotel Adlon soll für mindestens 280 Millionen Euro verkauft werden
Eines der bekanntesten Luxushotels Deutschlands steht möglicherweise vor einem Eigentümerwechsel: Die Jagdfeld Gruppe will die Immobilie des Hotel Adlon Kempinski am Brandenburger Tor für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen. Dafür benötigt sie jedoch zunächst die Zustimmung der Anleger.
Einen entsprechenden Bericht der „Immobilien Zeitung“ bestätigte Dr. Christian Plöger, Head of Corporate Communications & Public Affairs der Jagdfeld Gruppe, auf Anfrage von HOGAPAGE als zutreffend. Demzufolge ist das Hotel Teil eines Fonds, dem sogenannten Fundus-Fonds 31, der von der Jagdfeld-Gruppe gemanagt wird.
An dem geschlossenen Immobilienfonds sind mehr als 4.000 Eigentümer beteiligt, bei denen es sich überwiegend um Privatanleger handelt. Betreiber des Luxushotels ist Kempinski.
Anleger stimmen über Verkauf ab
Nach dem Bericht der Immobilien Zeitung stimmen die Fondsgesellschafter derzeit über die Liquidation des Fonds und einen anschließenden Verkauf der Hotelimmobilie ab. Als Mindestverkaufspreis sollen 280 Millionen Euro vorgesehen sein.
Die Abstimmung soll Ende Juli begonnen haben und über einen Zeitraum von vier Wochen laufen. Für die Annahme des Beschlusses ist eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erforderlich. Erreicht der Beschluss die notwendige Mehrheit, soll ein strukturiertes Bieterverfahren unter Beteiligung eines international tätigen Immobilienmaklers folgen.
Grund für den Verkauf
Die Jagdfeld Gruppe begründet den angestrebten Verkauf insbesondere mit der Altersstruktur der Anleger. Viele der überwiegend privaten Investoren seien seit fast 30 Jahren an dem Fonds beteiligt und wollten sich inzwischen von ihren Anteilen trennen.
„Nach nunmehr fast 30 Jahren, in denen das Adlon wieder existiert, ist das Gros der mehr als 4.000 Eigentümer, überwiegend Privatanleger, in einem Lebensalter, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollen“, erklärt Plöger gegenüber HOGAPAGE. „Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen.“
Die Jagdfeld Gruppe stellt zudem heraus, dass die Fondsgesellschaft den Verkaufsprozess aus eigener Entscheidung anstoßen könne. „Die Adlon-Fondsgesellschaft ist in der komfortablen Situation, frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können“, betont Plöger.
Hotelbetrieb soll unverändert weiterlaufen
Für Gäste, Kunden und Mitarbeiter des Hotel Adlon Kempinski Berlin soll ein möglicher Eigentümerwechsel zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen.
Auf Anfrage von HOGAPAGE teilte das Hotel mit: „Für unsere Gäste, Kunden und Mitarbeiter sowie die täglichen Abläufe im Hotel Adlon Kempinski Berlin einschließlich seines umfangreichen Serviceangebotes sind durch einen möglichen Verkauf der Immobilie in absehbarer Zeit keine Veränderungen zu erwarten.“
Auch die Jagdfeld Gruppe verweist auf den bestehenden Pachtvertrag mit Kempinski. Dieser läuft nach Angaben des Unternehmens erst Ende 2032 aus. Ein Verkauf der Immobilie würde daher keinen Wechsel des Hotelbetreibers bedeuten. „Für alle Gäste und Partner des Hotels ändert sich mit dem angestrebten Verkauf vorerst nichts“, betont Plöger.
Weitere Details noch offen
Ob die Immobilie tatsächlich verkauft wird, hängt nun zunächst vom Ergebnis der Gesellschafterabstimmung ab. Unbekannt ist, wann das Ergebnis vorliegen wird und zu welchem Zeitpunkt ein mögliches Bieterverfahren starten könnte. Ebenfalls offen ist, welche Interessenten für die prominente Hotelimmobilie infrage kommen.
Ursprünglich wurde das Hotel 1907 eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus nahezu vollständig zerstört. Lediglich ein Seitenflügel blieb erhalten, der 1984 ebenfalls abgerissen wurde.
Der Name Adlon jedoch lebte als Mythos weiter. Noch während des Kalten Krieges und mehr als drei Jahrzehnte vor dem Fall der Berliner Mauer erwarb Kempinski von den Erben die Namensrechte. Am 23. August 1997 wurde das Hotel Adlon schließlich am historischen Standort am Pariser Platz wiedereröffnet. Finanziert wurde der Neubau über den Fundus-Fonds 31 des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld. Die Kosten des Projekts beliefen sich auf rund 400 Millionen Euro.
(Jagdfeld Real Estate/Hotel Adlon Kempinski Berlin/dpa/Der Tagesspiegel/SAKL)