Hotellerie

Geschäftsreisende fallen kaum ins Gewicht

Zwar ist die Beherbergung von Business-Gästen während des aktuellen Lockdowns weiterhin erlaubt, trotzdem sind die Betriebe weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt. Die Situation schildert der Baden-Württembergische Dehoga-Landessprecher.

Dienstag, 10.11.2020, 09:58 Uhr, Autor: Kristina Presser
Geschäftsreisende mit Rollkoffer im Hotelflur

Nur wenige Geschäftsreisende checken derzeit noch in Hotels ein. (Foto: ©Stockphoto)

Die Zahl der Geschäftsreisenden kompensiert nicht die Verluste durch Freizeittouristen. Das stellte jetzt der Baden-Württembergische Dehoga-Landesverband klar. „Die Belegungen sind sehr, sehr gering und weit entfernt von jeder Wirtschaftlichkeit“, sagte Daniel Ohl, Dehoga-Landessprecher, eine Woche nach Beginn der jüngsten Corona-Verordnung. Die Ausnahme in der Corona-Verordnung für die Beherbergung von Business-Gästen hat die prekäre Lage der Hotellerie damit nicht verändert.

Der Grund: Viele Firmen hätten Präsenzveranstaltungen abgesagt und würden Meetings und Events stattdessen online führen. Die ebenfalls zulässigen Härtefälle, zum Beispiel wenn Angehörige von Klinikpatienten übernachten müssen, fielen ebenfalls nicht ins Gewicht, ergänzte Ohl. Mit Plausibilitätskontrollen stellten die Hotels fest, ob es sich bei ihren Gästen um Geschäftsreisende handelt.

Einige Hotels haben den Betrieb ganz eingestellt

In normalen Zeiten beginne der Betrieb bei 45 Prozent, in großen Städten bei 50 Prozent Auslastung wirtschaftlich interessant zu werden, erläuterte der Landessprecher. Von diesen Zahlen könnten die Hotels derzeit nur träumen. Einige von ihnen mit klarer Ausrichtung auf Urlauber hätten den Betrieb als Konsequenz vorläufig sogar komplett eingestellt. Der Verband fordere, dass die November-Nothilfe des Bundes schnell, unkompliziert und in vollem Umfang bei den Betrieben ankomme. „Niemand darf durch den Rost fallen“, betonte Ohl. Sorge mache allen Gastronomen die Ungewissheit, ob sie im Dezember wieder öffnen dürfen. Viele treibe das Schicksal ihrer Mitarbeiter um.
(dpa/lsw/KP)

 

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