Aquadom

Geplatztes Riesenaquarium: Ursachensuche zwischen Zylinderteilen

Fünf Wochen ist es her, dass an einem Freitagmorgen im Berliner Hotel Dom Aquaree das riesige Aquarium platzte. Die Aufräumarbeiten sind weiter vorangeschritten. Experten sind mit der Ursachensuche beschäftigt. Wie bald werden sie Antworten finden?

Montag, 23.01.2023, 10:18 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Hotel Dom Aquaree

Nach dem Platzen des Riesenaquariums im Hotel Dom Aquaree sind die Aufräumarbeiten weiter vorangeschritten. (Foto: © picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

In der Mitte ragen Säulen aus Korallengestein nach oben, vereinzelt hängen an ihnen noch Pflanzenreste. Die Säulen befanden sich einst im Innern des Großaquariums Aquadom, das viele Besucher anlockte. Doch das Acrylglas, das die Säulen eigentlich umschloss, fehlt.

Am 16. Dezember letzten Jahres war der 16 Meter hohe Aquadom geplatzt. Die mehrere Zentimeter dicken Acrylelemente des äußeren Zylinders des Aquariums stürzten in die Lobby. Etwa eine Million Liter Wasser ergossen sich unter anderem in die Hotellobby und auf die Straße. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Fast alle der 1.500 Fische in dem Becken starben. Es entstand erheblicher Schaden, mehrere Läden in dem Gebäudeteil des DomAquarée sind betroffen.

Etwa die Hälfte der Acrylglaselemente herausgeräumt

Jetzt, fünf Wochen nach dem Unglück, ist nach Angaben des Gebäudeeigentümers etwa die Hälfte der Acrylteile aus der Hotellobby herausgeräumt worden. „Mittlerweile haben wir ungefähr 50 Prozent der Acrylelemente, die kleineren, letztlich schon verbracht“, sagt Fabian Hellbusch, Sprecher des Gebäudeeigentümers. „Die liegen hier in der Heiliggeistgasse, die sind dokumentiert, die sind kartografiert, dass man auch mal genau weiß: an welchem Platz wurden sie nach dem Unfall letztlich gefunden.“

Die restlichen, großen Acrylteile liegen noch dort, wo sie vor knapp fünf Wochen hingefallen sind. „Die großen Elemente werden noch eine ganze Zeit hier sicherlich in der Lobby liegen müssen, um sie auch entsprechend untersuchen zu können“, erklärt Hellbusch. „Und dann braucht man Schwergerät, um letztendlich hier einen Abtransport ermöglichen zu können und auch weiter in die Detailsuche gehen zu können.“

„Die Wucht der Ereignisse steckt uns immer noch in den Knochen“

Beim Anblick der mehrere Zentimeter dicken Scheiben scheint es ein Glücksfall zu sein, dass beim Platzen des Aquariums im Dezember nur zwei Menschen leicht verletzt wurden. Auch für ihn sei das Bild vor Ort immer wieder schockierend, sagt Hellbusch. „Wenn man sich das hier anschaut, dann packt einen immer wieder so eine Betroffenheit.“ Er sei daher sehr froh, dass es nur geringere Personenschäden gegeben habe. „Die Wucht der Ereignisse steckt uns immer noch so ein bisschen in den Knochen.“

Weniger glimpflich ging der Vorfall für die Tiere aus: Fast alle 1.500 Fische aus dem Aquarium starben. Aus den unterirdischen Zuchtbecken wurden nach Angaben des Gebäudeeigentümers vom Dezember rund 630 Fische gerettet.

Hellbusch ist dem Zoo Berlin und den privaten Aquaristen, die Fische aufgenommen haben, dankbar. „Die haben sich hinreißend gekümmert und da an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank“, sagt er. „Ich glaube, ohne deren Hilfe sähe die Lage vielleicht noch etwas komplizierter für uns aus.“

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