Nach dem Shutdown

Erholen sich Serviced Apartments schneller als Hotels?

Anett Gregorius
Apartmentservice-Inhaberin Anett Gregorius (Foto: ©Apartmentservice)
Die Plattform Apartmentservice hat eine Umfrage unter Serviced-Apartment-Betreibern zur aktuellen Corona-Krise und wirtschaftlichen Aussicht gestartet. Das Ergebnis klingt hoffnungsvoll.
Dienstag, 07.04.2020, 13:12 Uhr, Autor: Kristina Presser

Die Beratungs- und Buchungsplattform Apartmentservice hat eine Stimmungsumfrage zur aktuellen Corona-Krise unter Serviced-Apartment-Betreibern durchgeführt. Das Ergebnis, laut Apartmentservice: Noch im März 2020 hatten fast 70 Prozent der Serviced-Apartment-Betreiber geöffnet. Insbesondere Betreiber mit Longstay-Fokus konnten dabei eine Auslastung von 60 bis 70 Prozent generieren. Für April rechnen viele Betreiber nun mit einem Nachfragerückgang auf 40 bis 50 Prozent. Interessant: Insgesamt gehen die meisten von einem späteren Kompletteinbruch aus als in der klassischen Hotellerie und hoffen gleichzeitig auf eine frühere Erholung. Apartmentservice-Inhaberin Anett Gregorius: „Die USPs von Serviced Apartments in der Ausstattung, im flexibleren Betrieb und im Business-Fokus könnten dem Segment Krisenvorteile verschaffen.“

Ein konkreter Blick zeigt: Adina Hotels, ipartment, Visionapartments und Smartments Business – im März 2020 hatten sie weiter alle Häuser geöffnet, die Brera Serviced Apartments starteten Anfang April ihr neues Haus in Leipzig und viele Betreiber wie die Adapt Apartments oder The Spot – Serviced Apartments München erweitern derzeit ihre Angebote wie etwa Homeoffices. Vor allem im Longstay-Bereich zählen Serviced-Apartment-Betriebe noch zahlreiche Gäste.

Bessere Aussichten für Serviced Apartments?

Anett Gregorius: „Das Segment punktet derzeit besonders mit seinen USPs als sicheres zweites Zuhause – sei es mit den Ausstattungsstandards in Form der Kitchenette, dem separierten Wohn- und Schlafbereich und häufig kontaktlosen Zutritten, sei es mit dem Geschäftsreisenden-Fokus oder mit den geringeren Kosten durch weniger Personal und meist fehlende Gastronomie- und Tagungsangebote im Vergleich zur Hotellerie.” Entsprechend hoffnungsvoll würden, trotz der Einbrüche, derzeit viele Betreiber in die Zukunft blicken und auf einen schnelleren Weg aus der Krise hoffen, als es sich momentan für vielerorts geschlossene Hotelbetriebe abzeichnet.

Um Kosten zu sparen, setzen aktuell auch viele Serviced-Apartment-Betreiber auf Kurzarbeit, Pachtstundungen und verkürzte Rezeptionszeiten. „Es gibt langfristige Vorhaben, die eingefroren wurden, aber laufende Projekte werden vielerorts weitergeführt”, berichtet Anett Gregorius.

„Dem Segment eine starke Stimme geben“

In den nächsten Wochen sollen weitere Stimmungsumfragen sowie eine umfangreiche Performance-Befragung unter den Betreibern erfolgen, deren Ergebnisse auch im „Marktreport Serviced Apartments 2020” veröffentlicht werden. Dieser erscheint in diesem Jahr aus aktuellem Anlass im Juni inklusive der Frühjahrszahlen 2020. „Damit wollen wir dem Segment valide Zahlen an die Hand geben, um am Tag X und danach gut vorbereitet zu sein, solide weitere Prognosen aufstellen zu können und nicht zuletzt das Vertrauen unter Banken und Entwicklern zu fördern.”

Außerdem hat Apartmentservice jüngst die Kampagne #Weareopen mit der Aktion „Safe in Your Second Home“ #stayhome gestartet. Sie soll, laut Apartmentservice, zeigen, wie stark das Segment in der gegenwärtigen Krise agiert und mit seinen USPs alte und neue Gästekreise erschließen kann. „Mit diesen Maßnahmen wollen wir dem Segment eine starke Stimme in der Krise geben und Wege wie Potenziale nach Corona aufzeigen“, sagte Gregorius.
(Apartmentservice/KP)

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