Hotelinvestmentmarkt

Deutsche Anleger dominierenden im deutschen Hotelmarkt

Eine aktuelle Bilanz des Hotelinvestmentmarktes zeigt, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer noch zurückhaltend agieren. Für das vierte Quartal deutet sich jedoch Bewegung an.

Freitag, 15.10.2021, 12:31 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Klingel auf der Hotelrezeption

2021 bleibt der Hotelinvestmentmarkt noch weit unter den Ergebnissen der früheren Jahre. (Foto: © Denys Rudyi – stock.adobe.com)

Die diesjährige Bilanz am deutschen Hotelinvestmentmarkt weist nach neun Monaten mit einem Gesamttransaktionsvolumen von 1,4 Mrd. Euro und 40 Transaktionen ein Minus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresvolumen aus. Dabei muss das dritte Quartal 2021 mit einem Ergebnis von 415 Mio. Euro (12 Transaktionen) als das bislang transaktionsärmste Quartal im laufenden Jahr verbucht werden. Auch dem letzten Quartal wird es nicht gelingen, das Ganzjahresergebnis 2021 annäherungsweise an die beiden mittel- und langfristigen Zeiträume heranreichen zu lassen. Zu stark waren die Einschränkungen und Einbußen seit nunmehr 20 Monaten. „Aufgrund der derzeitigen Verhandlungen und Gespräche deutet sich aber für das vierte Quartal eine durchaus vernehmbare Bewegung an“, so Heidi Schmidtke, Managing Director der Hotels & Hospitality Group. Und weiter: „In Summe gehen wir daher für 2021 von einem Transaktionsvolumen von um die 2 bis 2,5 Mrd. Euro aus.“

34 Einzeltransaktionen in der Höhe von 937 Mio. Euro

Einzeltransaktionen machten in den letzten neun Monaten mit 34 Transaktionen ein Investitionsvolumen von 937 Mio. Euro aus, entsprechend einem Minus von knapp 6 Prozent. Die durchschnittliche Größe im laufenden Dreivierteljahr bewegte sich bei knapp 28 Mio. Euro. Zu den größten Einzeltransaktionen im dritten Quartal gehörten u.a.:

  • Der Verkauf des Ellington Hotels Berlin, bei dem parallel zur Veräußerung an die österreichische Signa Gruppe auch der Betreibervertrag zum 30. September 2021 ausgelaufen ist. Verkäufer der nun betreiberfreien Immobilie war die Ideal Versicherungsgruppe.
  • Der Erwerb des Rioca by i Live Offenbach im Projektstatus durch den offenen Core Fond der AEW. Der Verkäufer i Live Group bleibt der Betreiber der im Frühjahr 2024 eröffnenden Serviced Apartments.
  • Die Veräußerung der Projektentwicklung InterCityHotel Lübeck Hauptbahnhof im August durch GBI an die CommerzReal. Geplante Eröffnung mit 176 Zimmern ist für das Frühjahr 2023 vorgesehen.
  • Der Verkauf des kürzlich eröffneten Aparthotels Adagio Access Stuttgart Leinfeld-Echterdingen als Teil der größeren Mixed-Use Immobilie Vision One an Corestate durch den Entwickler Bülow AG.

Weitere Kennzahlen der ersten drei Quartale

  • Portfoliotransaktionen sind im dritten Quartal ausgeblieben. Damit schlagen im laufenden Jahr knapp 493 Mio. Euro zu Buche, entsprechend dem Ergebnis zur Jahresmitte mit sechs Portfoliotransaktionen und einer durchschnittlichen Transaktionsgröße von 82 Mio. Euro (Q1-Q3 2020: knapp 100 Mio. Euro).
  • Trotz des insgesamt erstmals wieder ausgewogeneren Anteils ausländischer Anleger im dritten Quartal (190 Mio. Euro, 46 % des Gesamtvolumens), bleiben deutsche Anleger auf das Dreivierteljahr gesehen die dominierenden Investoren im deutschen Hotelmarkt. Mit einem Volumen von 975 Mio. Euro kamen diese wie schon im Vorjahr auf anteilig 68 Prozent.
  • Mit einem wachsenden Anteil betreiberfreier Verkäufe und damit erhöhtem Umnutzungspotenzial hat die Käufergruppe der Entwickler im dritten Quartal satte 55 Prozent des Volumens erzielt und positionierte sich sogar vor den sonst aktivsten institutionellen Käufern (29 %). Diese bleiben aber für den gesamten Zeitraum von neun Monaten auf Platz 1 mit knapp 540 Mio. Euro (38% des Transaktionsvolumens), gefolgt von Privatinvestoren (279 Mio. Euro), Entwicklern (254 Mio. Euro) und Hotelbetreibern (154 Mio. Euro).
  • Der Blick auf die Art der veräußerten Immobilien zeigt drei Entwicklungen: 25 Prozent des Gesamtvolumens entfielen auf Projekte, 20 Prozent waren Teil einer Mixed-Use Immobilie. Die unter Investoren zusehends beliebter werdenden Serviced Apartments kamen anteilig auf 14 Prozent. Heidi Schmidtke abschließend:

(JLL/NZ)

 

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