Gäste-Marketing

Bayerns Jugendherbergen wollen in den Hipster-Modus

Jugendherbergen sind eine noch billigere Alternative zu Airbnb und Co.. In Bayern ist die Auslastung der Häuser jedoch nicht einmal um die Hälfte gedeckt. Mit viel frischem Wind will der Verband seine Jugendherbergen für die Gäste attraktiver machen. In Bayreuth geht man mit gutem Beispiel voran.

Mittwoch, 12.07.2017, 10:07 Uhr, Autor: Felix Lauther
Bayreuths Jugendherberge Außenansicht

Bayreuths Jugendherberge hat induktive Höranlagen und ein Farbleitsystem für Menschen mit Behinderung geschaffen. (© dpa)

Bambergs Jugendherberge weiß, welches Ambiente und welche Annehmlichkeiten der Gast im Jahr 2017 von seiner Beherbergung erwartet. Mit einem komplett überarbeiteten Innenraumdesign, Steckdosen an jedem Bett, einladende Terrassenflächen und Flachbildschirme sollen dem angestaubten Image der bayerischen Häuser eine Frischzellenkur verpassen.

Der Verband im Freistaat Bayern hat sein neues Vorzeigeobjekt in Franken zum angestrebten Standard unter den Jugendherbergen auserkoren. Es ist der erste Neubau einer bayerischen Jugendherberge seit 15 Jahren, wie Sueddeutsche.de berichtet. Der Wandel von der günstigen Absteige ohne großen Komfort, hin zum hippen Lifestyle-Hotel hat begonnen.

Bayreuths Jugendherberge verfolgt integrativen Auftrag
In Bayreuth geht man über das Design und die Technik aber noch einen Schritt weiter, indem man seine integrative Kompetenz stärkt. Das Betriebskonzept honorierte auch die „Aktion Mensch“ mit einer Fördersumme von 250.000 Euro. In Bayreuths Jugendherbergen treffen Gäste mit Behinderungen auf acht Mitarbeiter, die selbst ein körperliches oder geistiges Handicap haben. Farbleitsysteme für Gäste mit nicht normal ausgeprägten mentalen Fähigkeiten und induktive Höranlagen in den Seminarräumen sind weitere Pluspunkte der behindertengerechten Jugendherberge.

10,5 Millionen Euro hat der Neubau gekostet – und er muss sich rechnen, denn die Auslastung der bayerischen Herbergen insgesamt betrug 2016 nur 43 Prozent, wie Sueddeutsche.de weiter schreibt. Vorstand Winfried Nesensohn will diesen Umstand ändern. Das Haus in Bayreuth ist ein erster, wichtiger Schritt hin zu mehr Gästen und einer Generalüberholung des Netzwerkes. (Sueddeutsche.de / FL)

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