Raus aus der Krise

Galeria Karstadt Kaufhof: Insolvenz aufgehoben

Der Kaufhauskonzern konnte einen Schuldenschnitt in Milliardenhöhe erzielen. Das Insolvenzverfahren ist beendet, auch für die Le Buffet Restaurant&Café GmbH und die Dinea Gastronomie. Trotzdem bleiben die Herausforderungen für den Warenhausriesen groß.

Donnerstag, 01.10.2020, 13:03 Uhr, Autor: Kristina Presser
Galeria Kaufhof Filiale am Stachus/Karlsplatz in München

Die Insolvenz der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ist zwar offiziell beendet – einige Filialen müssen dennoch schließen, wie hier am Stachus in München. (Foto: ©picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Neustart für den Warenhauskonzern: Genau sechs Monate nachdem die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof GmbH vor dem Amtsgericht Essen ein Schutzschirmverfahren beantragt hatte, ist das Insolvenzverfahren nun aufgehoben. Das gab das Gericht mit Beschluss vom 30. September 2020 in einem offiziellen Schreiben bekannt. Gleichzeitig wurden die Tochterunternehmen Karstadt Sports GmbH, die Karstadt Feinkost GmbH & Co KG, die Le Buffet Restaurant&Café GmbH und die Dinea Gastronomie GmbH aus den Insolvenzverfahren entlassen. Dies war möglich, da der Gläubigerausschuss Anfang September 2020 den jeweiligen Insolvenzplänen der Unternehmen zugestimmt hatte. Daraufhin bestätigte das Amtsgericht Essen die Insolvenzpläne und erklärte sie damit für rechtkräftig.

In einem Mitarbeiterbrief schrieb Miguel Müllenbach, CFO von Galeria Karstadt Kaufhof: „Diesen Tag und diesen Erfolg haben wir alle herbeigesehnt“, zitiert die Nachrichtenagentur Welt und beruft sich dabei auf einen Bericht der Deutschen Presseagentur. Von Erfolg allein kann jedoch keine Rede sein. Denn die harten Sanierungspläne trafen nicht nur die Gläubiger, die auf mehr als zwei Milliarden Euro Forderungen verzichteten. Auch die Mitarbeiter sind von den Einschnitten betroffen: Rund 4000 Angestellte verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Sanierungspläne sehen die Schließung von mehr als 40 Filialen vor.

Neue Hoffnung: Ausbau des Onlinehandels

Die positive Kehrseite: Knapp 130 Warenhäuser und damit mehr als 16.000 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Deutlich mehr also im ursprünglichen Sanierungsplan vorgesehen. Der Grund: Zahlreiche Vermieter und Kommunen kamen dem Kaufhauskonzern entgegen. Schließlich ging es auch darum, den Attraktivitätsverlust vieler Einkaufsstraßen zu verhindern, den eine jeweilige Kaufhausschließung mit sich gebracht hätte. Entsprechend optimistisch gab sich Müllenberg in seinem Schreiben: „Die Krise hat uns stärker gemacht, denn wir haben anders als andere Unternehmen keine Schulden.“ Künftig will man sich bei Galeria Karstadt Kaufhof bei seinem Angebot mehr an den lokalen und regionalen Gegebenheiten der Standorte ausrichten und außerdem deutlich digitaler werden. Der Onlinehandel soll ausgebaut werden.

Mit Beginn der Corona-Krise Anfang März 2020 war der Umsatz dramatisch zurückgegangen, wie der Warenhauskonzern damals mitteilte. Allerdings litt Galeria Karstadt Kaufhof schon im Vorfeld unter den steigenden Onlinegeschäften und sinkenden Besucherzahlen in Innenstädten. Am 1. Juli 2020 wurde schließlich das Insolvenzverfahren über die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH vom Amtsgericht Essen eröffnet sowie über acht weitere Unternehmen – Karstadt Sports GmbH, die Galeria Logistik GmbH, die Sportarena GmbH, die Le Buffet Restaurant&Café Gesellschaft mbH, die Dinea Gastronomie GmbH, die Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG, die Atrys I GmbH und die Saks Fifth Avenue Off 5th Europe GmbH.
(Amtsgericht Essen/Welt/dpa/KP)

 

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