Zwei Michelin-Sterne für The Cloud by Käfer: „Ein Konzept, das es bisher noch nicht gab“
Herr Madsen, The Cloud by Käfer wurde nur kurze Zeit nach der Eröffnung mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet – und zusätzlich als „Opening of the Year“ geehrt. Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet Ihnen und Ihrem Team diese Auszeichnung?
Wir sind natürlich sehr stolz und glücklich. Das ganze Team hat über die letzten Monate kreativ und konzentriert auf das Ziel des einen Sterns hingearbeitet. Dass es nun zwei geworden sind und wir auch noch den neuen Preis für das „Opening of the Year“ ausgezeichnet wurden, hätte niemand von uns zu träumen gewagt. An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank der Familie Käfer und der BMW Welt, die uns ihr Vertrauen entgegengebracht und damit diesen Erfolg erst möglich gemacht haben.

Zwei Sterne direkt zum Auftakt sind eine besondere Anerkennung. Haben Sie mit einer so schnellen Auszeichnung gerechnet?
Nein, damit kann man nicht rechnen. Dafür gibt es viel zu viele tolle Kollegen in Deutschland.
Was hat Ihrer Meinung nach dazu beigetragen, dass Ihr Restaurant auf Anhieb mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde?
Wir haben mit dem Culinary Nomadism ein Konzept geschaffen, das es bisher noch nicht gab und das der Guide Michelin in seiner Begründung explizit gewürdigt hat. Der Gedanke dahinter ist, sich jedes Jahr einer neuen Region auf der Welt zu widmen und traditionelle Kochtechniken, Prozesse, charakteristische Aromen etc. mit heimischen Zutaten in eine eigene kulinarische Sprache zu übersetzen. Ich habe in der Küche ein großartiges Team, das diese Idee mit präzisem Handwerk und Leidenschaft umsetzt. Dazu kommen exakt abgestimmte Getränke-Pairings von unserem Sommelier und unserem Barchef.
Der direkte Einstieg mit zwei Sternen erhöht automatisch die Erwartungen der Gäste. Wie gehen Sie und Ihr Team mit diesem neuen Anspruch um?
Die Auszeichnung beflügelt uns und wir sehen sie als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dadurch können wir uns weiterentwickeln und zugleich treu bleiben. Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf unsere Season II, die sich unter dem Titel „Whispers of the Rainforest“ dem Amazonasgebiet widmet. Die Auseinandersetzung mit den Prozessen und Techniken, die ich im Frühjahr vor Ort auf Märkten, in den lokalen Küchen und im Regenwald kennenlernen durfte, ist anspruchsvoll und inspirierend. Fermentation, Rauch, Säure, Textur, Konservierung und die Idee, dass nichts verloren geht – es wird spannend.
Welche Auswirkungen wird die Zwei-Sterne-Auszeichnung Ihrer Einschätzung nach auf Nachfrage, Wahrnehmung und Positionierung Ihres Restaurants haben?
Die zwei Sterne helfen durch die größere Sichtbarkeit in der Fine-Dining-Szene sicherlich, dass auch mehr internationale Gourmets The Cloud by Käfer auf dem Radar haben und einen Umweg über die BMW Welt machen.
Wie gelingt es, nach einem so erfolgreichen Start die kreative Spannung hochzuhalten, ohne sich von der Erwartungshaltung treiben zu lassen?
Ich sehe die zwei Sterne auch ein bisschen als Vorschusslorbeeren. Jetzt ist es an uns zu beweisen, dass wir sie durch Kontinuität und Kreativität verteidigen können. Schließlich sind diese Auszeichnungen keine Einbahnstraße.
Verraten Sie uns zum Abschluss noch: Welche weiteren Ziele streben Sie für die Zukunft an?
Ich habe gerade erst gleich mehrere Ziele erreicht: Die erste Position als Küchenchef in einem Fine-Dining-Restaurant und zwei Sterne sowie mehrere andere Auszeichnungen im ersten Jahr. Jetzt heißt es erst einmal dranbleiben, noch besser werden, mich mit dem Team weiterentwickeln. Aber so auf der Bühne zu stehen, war schon ein cooles Gefühl, das ich gerne noch einmal erleben möchte.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Madsen!
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(SAKL)




