Systemgastronomie

Wie entwickelt sich Fast-Food-Deutschland?

McDonald’s und Burger King führen nach wie vor die Branche an, doch neue kreative Konzepte bestechen durch ein scharfes Profil und schnelle Expansion. Wie entwickelt sich der Markt in Deutschland?

Donnerstag, 19.01.2017, 15:06 Uhr, Autor: Markus Jergler
Gruppe unterhält sich im Restaurant Hans im Glück

© HANS IM GLÜCK

Die klassische Fast-Food-Landschaft verändert sich. Auf dem Markt tummeln sich immer mehr spezialisierte Anbieter, es gibt einen wachsenden Fokus auf gesunde und nachhaltige Angebote sowie eine steigende Zahl kleinerer Player. Eine Analyse der TREUGAST Solutions Group hat nun ein Ranking aufgestellt, in dem die führenden und kommenden Größen auf dem Markt der Systemgastronomie untersucht und bewertet werden. Insgesamt wurden 39 Systemgastronomieketten nach 26 Kriterien bewertet.

Hans im Glück
Seit einigen Jahren wächst die Bekanntheit der Burgerkette Hans im Glück weiter und weiter. Kreative und neuartige Burger-Kreationen mit damals noch ungewöhnlichen Beilagen, wie Süßkartoffel-Pommes, ein lebendiger Gastraum mit Birkenstämmen und Märchenerzählungen auf den Toiletten haben zu einer Verdoppelung der Betriebe geführt. Auch 2016 und 2017 sollen wieder mehr als 65 Filialen dazukommen. Grundlage der starken Expansion ist ein professionelles Franchise-System, ein hoher Grad an Standardisierung, und die bleibende Beliebtheit des Burger-Segments.

SUBWAY
Die Sandwich-Kette ist der größte Franchise-Geber der Welt. Genau wie Hans im Glück ist auch Subway von TREUGAST mit einem A-Ranking ausgezeichnet. Die Verbesserungen im Support hinsichtlich des Franchise-Systems sowie das überarbeitete Marketingkonzept scheinen Früchte zu tragen. Mit den 641 Filialen in Deutschland wuchs SUBWAY in den vergangenen Jahren deutlich. Die gelegentlichen Anpassungen des Angebots an aktuelle Foodtrends werden von den Käufern belohnt.

VAPIANO
Trotz des vergangenen Hygieneskandals befindet sich die Pasta- und Pizzakette VAPIANO weiter im Aufwind. Seit Markteintritt im Jahr 2002 überzeugt das Fast-Casual-Konzept die Kunden, nicht zuletzt durch stetige Anpassungen der Speisekarten, einer eigenen App zum Bestellen und Bezahlen sowie regelmäßigen Erweiterungen der Produktpalette und der Geschäftsfelder. Das Unternehmen agier stets am Puls der Zeit. In Finanzkreisen wird bereits heftig über einen Börsengang spekuliert. Bei TREUGAST gibt es ein AA-Ranking, das eine weit überdurchschnittliche Investitionssicherheit bezeugt.

Wienerwald Franchise GmbH
© Wienerwald Franchise GmbH

Wienerwald
Der deutsche Grillhendl-Systemgastronom vollzieht seither ein Image-Rebranding und lässt mit einer Rückbesinnung auf ursprüngliche Kompetenzen der Gruppe die turbulenten Jahre hinter sich. Durch das Joint Venture mit dem Grillwagenspezialisten Geiser und den damit eingeführten Hendl-Wagen sowie der Etablierung eines eigenen Home-Delivery Services sollen die Produkte noch näher an ihre Kunden gebracht werden. Der Image-Wandel wird positiv bewertet, um im äußerst wettbewerbsintensiven Geflügel-Segment zu bestehen. Die Expansionspläne in Deutschland, der Türkei, Rumänien, Ägypten und Kasachstan sorgt bei TREUGAST für ein BB-Ranking.

bona’me
Das Fast-Casual-Konzept bona’me, das mit einem original türkisch-kurdischen Produktangebot abseits des hierzulande vorherrschenden, klassischen Fast Food Snacks überzeugen möchte, liefert mit Getränken und einem modernen Restaurant-Layout ein authentisches Gesamtbild. Das junge Konzept mit offener Showküche, Stationen und Rufsystemen funktioniert. Seit 2009 ist das Unternehmen auf drei Filialen angewachsen und verfolgt weiterhin ehrgeizige Expansionspläne.

Hausmann’s
Gutbürgerliche, deutsche Küche modern interpretiert, dafür steht Hausmann’s, das von Geschäftsführern Tim Mälzer und Patrick Rüther promoted wird. Hausmann’s steht für „Wohlfühlrestaurants“ und bietet neben dem bürgerlichen Speisenangebot eine breite Bier- und Weinvielfalt. Ehrliche Küche wie bei Mama und ein lebendiges Umfeld, das kommt bei den Leuten an. Die beiden derzeitigen Betriebe laufen gut, Expansion ist vorprogrammiert.

Maxie Eisen
Eine Kollaboration zwischen den Frankfurter Gastronomie-Brüdern James und David Ardinast und dem Berliner Deli-Besitzer Oskar Melzer bringt die jüdisch-amerikanische Deli-Kultur New Yorks in die deutschen und europäischen Metropolen. Pastrami, eine Spezialität der aschkenasischen Küche bestehend aus einem geräucherten und gewürzten Rinder-Brisket, das aufgeschnitten in Scheiben und auf ein Sandwich drapiert, das Signature-Produkt des Konzepts darstellt, steht im Zentrum des Angebots. Die Namensgebung der einzelnen Outlets, welche sich an ehemaligen Mitgliedern der sogenannten „Kosher Nostra“ orientieren, ist, ebenso wie die mit vielen Eigenkreationen überzeugende Bar, ein überzeugendes Merkmal.

Marché International
© Marché International

Palavrion Grill & Bar
Das Konzept Palavrion Grill & Bar hat sich der Neuinterpretation des Grill-Konzeptes verschrieben. Eine umfangreiche Weinkarte sowie ein zentraler Gastraum mit offener Küche laden zum Verweilen ein. Allerdings ist durch die rasche Zubereitungsweise auch ein schneller Business-Lunch möglich, wodurch eine breite Zielgruppe angesprochen wird. Hinsichtlich der Küchenphilosophie sieht man sich als Vertreter der Slow-Food-Bewegung. Nach dem langsamen Garen des Fleisches kriegt dieses anschließend durch wenige Minuten auf dem Grill den typischen Grillgeschmack. Insgesamt bedient das Konzept verschiedene gesellschaftliche Trends und kann mit einer guten Qualität und einem optisch ansprechenden Design punkten. (MJ)

 

 

 

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