Branchenentwicklung

Weniger Markt-Gastronomie in Wien?

Die Stadt Wien will das Gastro-Angebot auf Märkten reduzieren. Bei Neuanmeldungen von Lebensmittelständen werden keine sogenannten Nebenrechte mehr vergeben, wie die Zeitschrift „News“ berichtet. Diese erlaubten bisher zusätzlich, Speisen und Getränke zu kredenzen.

Dienstag, 18.07.2017, 09:08 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Karmelitermarkt

Die Gastronomie ist auf vielen Wiener Märkten inzwischen überlebenswichtig geworden. (© Peter Gugerell/Wikimedia)

Die Stadt wolle aber keinesfalls die Gastronomie auf Märkten verbieten, betont Sima in einer Aussendung. „Das Gastronomieangebot ist ein wichtiger Faktor auf unseren Märkten, aber klar ist: Wir haben einen Versorgungsauftrag, wollen die Märkte als Nahversorger erhalten und keine reinen Fressmeilen fördern.“ Die neue Regelung ist seit 1. Juli in Kraft. In bestehende Verträge werde laut News nicht eingegriffen.

Laut Marktordnung darf derzeit ein Drittel der Stände als reine Gastronomiestände betrieben werden. In den vergangenen Jahren sei es laut News allerdings zu einem „Wildwuchs“ an Gastro-Ständen gekommen, da viele Standler das System unterwandert hätten. „Wir wollen, dass die Besucher ein breites und attraktives Angebot an Obst, Gemüse und Lebensmitteln auf den Märkten vorfinden und sich nicht nur ein Gastro-Stand an den nächsten reiht. Bei einigen Märkten hatte man schon den Eindruck, sie bestehen fast ausschließlich aus Lokalen, das ist inakzeptabel“, wird Sima zitiert.

Die Opposition zeigt sich von dem Vorstoß wenig erfreut. Von einer „schwachsinnigen Neuregelung“, die der „absolute Wahnsinn“ sei, spricht etwa NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Orning. Und für  ÖVP Stadtrat Gernot Blümel sorgt die Beschränkungspolitik von Rot-Grün eine „Bedrohung der Märkte und damit dieses Lebensgefühls.“ (News/CK)

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