Tim Raue startet Spizza Pizza an Flughäfen und Bahnhöfen
Tim Raue kennt die gastronomischen Angebote an Flughäfen und Bahnhöfen aus eigener Erfahrung. Nach eigenen Angaben verbringt der Zwei-Sterne-Koch mehr als 200 Tage im Jahr unterwegs – und vermisste dabei bislang ein Pizzaangebot, das seinen Ansprüchen genügt.
Gemeinsam mit dem Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff hat er deshalb Spizza Pizza entwickelt. Das neue Travel-Retail-Konzept soll Premium-Pizza mit den Anforderungen stark frequentierter Verkehrsknotenpunkte verbinden.
Raue verantwortet die Rezepturen und die kulinarische Linie, Hölterhoff den Aufbau des Unternehmens, von der Standortentwicklung bis zur Finanzierung.
Der erste Standort soll im Dezember 2026 am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen. Im ersten Quartal 2027 ist ein weiterer Standort am Bahnhof Dammtor in Hamburg geplant. Anschließend soll das Konzept bundesweit an Flughäfen und Bahnhöfen ausgerollt werden.
48 Stunden Teigruhe treffen auf Hochleistungsofen
Das zentrale Versprechen des Konzepts: Die Pizza soll nach der Bestellung in weniger als drei Minuten fertig sein – ohne dass sie dafür bereits fertig gebacken in der Auslage liegt.
Der Teig wird mit Weizenmehl, Hefe, Salz und Rapsöl hergestellt und ruht 48 Stunden. Anschließend wird der Pizzaboden in einem Steinofen vorgebacken, nach Raues Rezepturen belegt und schockgefrostet.
In den Spizza-Pizza-Filialen kommt die Pizza erst nach der Bestellung in den Hochleistungs-Durchlaufofen. Bei rund 316 Grad wird sie dort fertig gebacken. Käse und Belag kommen somit erst unmittelbar vor dem Servieren mit der Hitze in Kontakt.
Das Verfahren soll nicht nur kurze Wartezeiten ermöglichen, sondern auch für eine möglichst konstante Qualität sorgen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Öfen so ausgelegt, dass die Zubereitungszeit auch während stärkerer Frequenzen stabil bleibt.
Von der Margherita bis zur Spicy Berlin
Die Karte umfasst elf herzhafte und zwei Frühstückspizzen. Neben Klassikern finden sich Kreationen mit der für Tim Raue typischen Kombination aus Süße, Säure und Schärfe.
Dazu gehören beispielsweise die Truffle Shuffle Bianco mit Trüffel-Käsecreme, Champignons und Topinambur oder die Spicy Berlin mit Sucuk, Sambal-Chilipaste und Pfefferoni-Mayonnaise. Eine vegane Variante ist ebenfalls vorgesehen.
Die Pizzen werden in zwei Größen angeboten: 18 Zentimeter für den schnellen Hunger und 30 Zentimeter zum Teilen.
Ganztageskonzept für den Travel-Retail-Markt
Spizza Pizza soll nicht nur zur klassischen Mittags- oder Abendzeit funktionieren. Das Konzept ist als Ganztagesangebot angelegt und orientiert sich nach Unternehmensangaben an der italienischen Café-Kultur.
Morgens stehen unter anderem Cornetti und Laugengebäck sowie ein eigens entwickelter Kaffee-Blend auf der Karte. Ergänzt wird das Angebot durch Desserts, Eis, italienische Limonaden sowie Bier, Wein und Aperol Spritz.
Bestellt und bezahlt wird über digitale Terminals. Dadurch soll der Bestellprozess beschleunigt und der Tresenbetrieb entlastet werden.
Flexibles Konzept für unterschiedliche Standorte
Auch beim Design setzt Spizza Pizza auf eine klare Wiedererkennbarkeit. Das von Katharina Raue entwickelte Interior verbindet Elemente einer italienischen Trattoria mit einem modernen Pop-Look. Kräftige Farben, Karomuster, gestreifte Markisen und Leuchtschrift sollen für einen eigenständigen Auftritt sorgen.
Für das Travel-Retail-Geschäft entscheidender dürfte jedoch die Flexibilität des Konzepts sein. Unterschiedliche Flächengrößen, variable Grundrisse und stapelbare Hochleistungsöfen sollen eine Umsetzung vom kleinen Counter am Bahnsteig bis zum größeren Store mit Sitzplätzen im Terminal ermöglichen.
Damit zielt Spizza Pizza auf einen Markt, in dem kurze Aufenthaltszeiten, hohe Frequenzen und möglichst standardisierte Prozesse mit einem eigenständigen gastronomischen Angebot verbunden werden müssen.
Tim Raue und Nils Hölterhoff setzen auf Expansion
Hinter Spizza Pizza stehen zwei Unternehmer mit unterschiedlichen Erfahrungen im Food- und Hospitality-Geschäft.
Tim Raue betreibt neben seinem Zwei-Sterne-Restaurant in Berlin unter anderem die Brasserien Colette Tim Raue und das Restaurant Sphere im Berliner Fernsehturm. Zudem entwickelt er Gastronomiekonzepte für TUI Cruises.
Nils Hölterhoff ist ebenfalls im Food- und Hospitality-Bereich aktiv und begleitet als Berater und Investor Unternehmen bei ihrem Wachstum.
Mit Spizza Pizza wollen beide ein skalierbares Konzept für Flughäfen und Bahnhöfe etablieren. Nach dem Start in Berlin und Hamburg sollen weitere Standorte in Deutschland folgen.
(Spizza Pizza/KAGI)