Markenstreit

Streit um „Krispy Kebab“: Dönerkette legt sich mit KFC an

Das Logo von Kentucky Fried Chicken (KFC) an einer Restaurantfassade
KFC steht aktuell wegen seiner neuen Döner-Variante „Krispy Kebab“ im Fokus eines Markenstreits. (Foto: © Björn Wylezich/stock.adobe.com)
Kentucky Fried Chicken verkauft ein neues Gericht: die Dönervariante „Krispy Kebab“. Moment mal, das ist doch unser Markenname, sagt eine Dönerkette. KFC betont: „Wir wollen keinen Beef.“
Dienstag, 21.04.2026, 09:21 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Im Streit um Markenrechte an einem Hühnchen-Gericht legt sich eine Bielefelder Dönerkette mit dem US-Anbieter Kentucky Fried Chicken (KFC) an. Das Bielefelder Unternehmen heißt Krispy Kebab – also genauso wie das Gericht, das KFC seit kurzem anbietet.

„Die nutzen einfach unseren Namen, den ich seit fast zehn Jahren mühsam als Marke aufgebaut habe“, sagt der Chef der 2017 gegründeten Dönerfirma, Sergen Kolcu, der dpa in Bielefeld. „Die wussten, dass es uns gibt – und trotzdem bringen sie das einfach auf den Markt.“ Die „Neue Westfälische“ und die „Bild“ hatten über den Fall berichtet. 

„Alles nur geklaut“

Auffällig sei, dass KFC sein Produkt mit K schreibe und nicht mit C als „Crispy“, wie es KFC bei anderen Gerichten getan habe. Er habe KFC aufgefordert, das zu unterlassen. Sollte das nicht geschehen, werde er klagen. Er habe sich „Krispy Kebab“ markenrechtlich schützen lassen. 

Kurios ist zudem ein Werbevideo von KFC, in dem der neue KFC-Döner zur Musik des Prinzen-Songs „Alles nur geklaut“ vorgestellt wird. Kebab gebe es schon ganz lange und nun endlich auch bei KFC, wird in dem Lied gesungen. Dönerbuden-Betreiber Kolcu stößt dieses Werbevideo sauer auf – nach seinem Verständnis ist der Name des KFC-Gerichts tatsächlich „geklaut“. 

Bloß kein „Beef“

KFC Deutschland teilt hingegen mit, dass man einen „vermeintlich frechen Klau“ nicht im Sinn gehabt habe. „Der Produktname ist im Zuge einer internationalen Entwicklung entstanden und wird in vielen europäischen Märkten verwendet“, teilt das Unternehmen mit.

„Klar ist trotzdem: Wir wollen keinen Beef – unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken.“ Das englische Wort Beef heißt Rindfleisch, außerdem bedeutet es umgangssprachlich „Streit“.

Offen für Kooperation

Kolcu hat Krispy Kebab 2017 gegründet. Die Firma betreibt zwei Dönerläden in Bielefeld. Außerdem gibt es noch 15 weitere Krispy-Kebab-Standorte, die von Franchisenehmern betrieben werden. „Die Franchisepartner haben für den Markennamen bezahlt und es gilt Gebietsschutz, dass es bei ihnen sonst keinen anderen Krispy Kebab gibt“, sagt der 29-jährige Unternehmer. „Ich habe vor neun Jahren den Namen geschützt, damit keine Nachahmer kommen und mir den Namen sozusagen wegnehmen“

Der Dönerketten-Chef befürchtet Umsatzverluste. Die Kundschaft drohe nun teilweise bei KFC zu landen – in der Annahme, dass es bei KFC eben jenen Krispy Kebab gebe wie bei der Dönerkette. „Die Kunden sind irritiert und fragen, ob wir mit KFC kooperieren.“ Dem sei aber nicht so. Für so eine Kooperation zeigte sich Kolcu grundsätzlich offen. Man könne den „Krispy Kebab“ ja zusammen machen, „mit einer Soße von uns oder so“. 

Ein erstes Gespräch zwischen beiden Parteien verlief am Montag nach Angaben von Krispy-Kebab-Chef Kolcu ohne Ergebnis. „Die haben versucht, uns mit Gutscheinen abzuspeisen.“ Man habe noch keinen gemeinsamen Nenner gefunden, so der Firmengründer. Von KFC hieß es: „Mal schauen, was hier noch gemeinsam möglich ist.“

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

KFC
Markenstreit
Markenstreit

Krispy-Kebab-Streit: KFC erwägt, Döner aus Verkauf zu nehmen

Der eine hat 17 Filialen, der andere 32.000. Der eine ist eine deutsche Dönerkette, der andere der globale US-Riese Kentucky Fried Chicken. Die beiden traten in einem Rechtsstreit gegeneinander an. Zieht der Größere den Kürzeren?
KFC
Markenstreit
Markenstreit

Streit um „Krispy Kebab“: Dönerkette und KFC nähern sich an

Seit kurzem verkauft Kentucky Fried Chicken die Dönervariante „Krispy Kebab“. Moment mal, das ist doch unsere Marke, moniert eine Dönerkette. Und nun?
Krispy Kebab von KFC
Produkteinführung
Produkteinführung

Krispy Kebab – KFC bringt eigene Döner-Variante nach Deutschland

„Alles nur geklaut“: Mit einer selbstironischen Kampagne greift KFC einen Streetfood-Klassiker auf und bringt ihn in das eigene Sortiment. Ab dem 21. April 2026 erweitert die Fast-Food-Kette ihr Angebot um eine eigene Interpretation des Döner Kebabs – und macht keinen Hehl aus der Inspiration für diese Produktidee.
Philipp Wachholz, Sergen Kolcu und Kida Ramadan
Markenstreit
Markenstreit

KFC und Krispy Kebab beenden ihren Streit

Schluss mit dem Kebab-Krach: KFC Deutschland hatte die Dönervariante „Krispy Kebab“ auf den Markt gebracht. Daraufhin entbrannte ein Markenstreit mit der gleichnamigen deutschen Dönerkette. Nun haben sich beide Seiten geeinigt.
Klosterschwester Irmingard
Social Media
Social Media

Klosterschwester isst mit 92 ersten Döner und geht viral

Acht Ordensfrauen kehren nach einer Wallfahrt im Dönerladen ein. Für Schwester Irmingard wird es mit über 90 Jahren eine Premiere – und im Netz ein Millionenhit.
Lukas Podolski und Metin Dag
Erfolgsgeschichte
Erfolgsgeschichte

Lukas Podolski und Metin Dag veröffentlichen gemeinsames Buch zu Mangal Döner X LP10

Lukas Podolski und Metin Dag erzählen erstmals die Geschichte hinter Mangal Döner X LP10: In ihrem gemeinsamen Buch „Mutig bleiben!“ geben der Fußballstar und der Gastrounternehmer persönliche Einblicke in den Aufbau ihrer Franchise-Marke – von den Anfängen bis zur Expansion mit über 50 Standorten in Europa.
Zinger Dunked Burger
Produkteinführung
Produkteinführung

KFC startet scharfe 360°-Kampagne für neuen Zinger Dunked Burger

„50 Shades of Scharf“: Mit einer bundesweiten 360°-Kampagne begleitet KFC die Einführung des neuen Zinger Dunked Burgers. Im Fokus steht ein besonders scharfes Produkt, das im wettbewerbsintensiven QSR-Markt für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen soll.
Mangal Döner X Lukas Podolski10 in Dortmund
Restauranteröffnung
Restauranteröffnung

Mangal Döner X Lukas Podolski10 startet in Dortmund

Die Dönermarke von Lukas Podolski setzt ihren Expansionskurs auch 2026 weiter fort. Seit dem 7. Februar 2026 gibt es jetzt auch in Dortmund ein Restaurant des Franchise-Konzepts. 
Double Down Burger
Touchdown
Touchdown

KFC feiert Comeback des Double Down Burgers

KFC Deutschland bringt den Double Down Burger zurück in sein Sortiment. Pünktlich zum Start der Football-Playoff-Saison begleitet eine umfangreiche Marketingkampagne das Comeback des Produkts.