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„Sackbahnhof“: Bordgastronomie der Bahn mit Millionen-Verlust

Um die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn ist es noch nie gut bestellt gewesen. Nun hat der Konzern mit Sitz in Berlin ein weiteres Sorgenkind im Service-Bereich zu beklagen.

Montag, 13.03.2017, 11:17 Uhr, Autor: Felix Lauther
ICE Bordrestaurant

Die Bordgastronomie in den Zügen der Deutschen Bahn machte 2016 einen hohen Verlust. (© pixabay.com)

Nach exklusiven Informationen des „Spiegel“ hat die Deutsche Bahn ihre Züge im Bereich der Bordgastronomie an die Wand gefahren. Ein Verlust von rund 80 Millionen Euro steht im Kassenbuch des Großkonzerns aus Berlin. So ernst mit dem Gewinn nehme man es bei der Deutschen Bahn in diesem Unternehmensbereich nicht, wie der „Spiegel“ weiter berichtet. Die Bordgastronomie in den IC-/EC- und ICE-Zügen sei eine reine Serviceleistung für die Kunden, die ohne Gewinnversprechen verbucht werde.

„Chili con Carne“ bringt 1,2 Millionen Euro Umsatz
Was erwartet die Bahn von ihrem gastronomischen Service auf Schiene? Durchschnittlich verdient die DB mit ihrem kulinarischen Angebot pro Fahrgast rund 5,30 Euro. Bei guter Auslastung rechne man auf einer Strecke von Köln nach München z. B. mit 1.000 Euro Umsatz pro Zug. Viele der rund 3.000 Mitarbeiter in der Bahngastronomie sind neben ihrem Gehalt auch am Umsatz von Cappuccino und Erbsensuppe beteilgt, wie der „Spiegel“ weiter schreibt.

Dabei macht die Deutsche Bahn den Kaffeehändlern in Deutschland sogar Konkurrenz. Der Netto-Umsatz von Kaffee-Produkten lag in der Bordgastronomie 2016 bei 21,9 Millionen Euro. Im Food-Bereich entfallen z. B. auf das beliebte Bohnengericht „Chili con Carne“ stolze 1,2 Millionen Euro.

Die Bordgastronomie plagen technische Ausfälle
Abgesehen vom wenig lukrativen Umsatz, plagen die Verantwortlichen auch immer wieder auftretende Probleme bei der Technik in der Bordküche. Auch logistische Defizite tragen nicht gerade zu einer prosperierenden Bordgastronomie in den Zügen bei. Bei der Bahn rauchen diesbezüglich die Köpfe, um die gastronomischen „Problemzonen“ in den Griff zu bekommen. Der Warennachschub soll digitalisiert werden, um das Produktsortiment stets ausgewogen halten zu können. Bis dato ist es auch nicht möglich, Speisen und Getränke, die dem Bordbistro vorenthalten sind, im Bordrestaurant zu bestellen. Auch hier will die Deutsche Bahn ab April 2017 Abhilfe schaffen, in dem alle Produkte aus der Bordgastronomie von jedem Platz aus bestellt werden können. (Spiegel / FL)

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